25.02.2020 – Kategorie: Geschäftsstrategie

Dienstleister: Mehrheit befürchtet durch Brexit sinkende Wirtschaftskraft der EU

DienstleisterQuelle: Freedomz - Shutterstock

Die Wirtschaftszonen der Europäischen Union (EU) und Großbritanniens gehen geschwächt aus dem Brexit hervor. Das erwarten in Deutschland tätige Dienstleister im B2B-Bereich. Gemäß einer aktuellen Online-Befragung von Lünendonk & Hossenfelder prognostizieren 65 Prozent der Teilnehmer einen Bedeutungsverlust beider Märkte.

  • 28 Prozent der Dienstleister sehen keine Auswirkungen auf die eigene Geschäftsentwicklung durch den Brexit.
  • Prüfer und Berater erwarten Umsatzschub durch den Austritt Großbritanniens aus der EU.
  • Service-Unternehmen sehen Auswirkungen auch auf die Besteuerung, Steuerabsprachen und Gewinnabführungsverträge.

Für die meisten Dienstleister im B2B-Segment hat der Brexit keinen direkten Einfluss auf das eigene Geschäft. Lediglich die Wirtschaftsprüfer und Steuerberater erwarten durch einen erhöhten Beratungsbedarf ihrer Mandanten positive Auswirkungen. „Eine klare Mehrheit sieht keine Profiteure des Brexits“, erklärt Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk & Hossenfelder. „Nur 22 Prozent glauben, dass die Eurozone profitiert. Und lediglich 8 Prozent sind der Meinung, dass Großbritannien gestärkt hervorgeht.“

Welche Themen die Dienstleister bewegen

Vereinzelt erwarten internationale B2B-Service-Unternehmen Auswirkungen auf den Wechselkurs. Deutlich mehr Teilnehmer sehen mittelbare Auswirkungen auf Besteuerung, Steuerabsprachen und Gewinnabführungsverträge. Hossenfelder ergänzt: „Bei einigen Angaben der Teilnehmer ist eine gewisse Unruhe festzustellen, weil für die Dauer der ausstehenden Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien noch Planungsunsicherheiten für die Unternehmen bestehen. Der eigentliche Brexit könnte am 1. Januar 2021 stattfinden.“

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Prüfer und Berater erwarten Umsatzschub

Während sich bei der Frage nach den Profiteuren des Brexits die Mehrheit der Teilnehmer branchenübergreifend einig ist, zeigen sich bei den Auswirkungen auf das eigene Business Unterschiede. 28 Prozent erwarten keinen Einfluss auf das eigene Geschäft. 20 Prozent machen Planungsunsicherheiten wegen der anstehenden Verhandlungen aus. Für 18 Prozent müssen sich lediglich die britischen Kollegen mit diesem Thema befassen.

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Während 15 Prozent der Umfrageteilnehmer angeben, der Brexit wirke sich negativ auf das eigene Geschäft aus, geben zehn Prozent einen positiven Einfluss wegen des erhöhten Beratungsbedarfs an. „Bei Betrachtung der einzelnen Servicesegmente fallen hier die Wirtschaftsprüfer und Steuerberater deutlich auf: Jeder Zweite erwartet einen Umsatzschub“, so Hossenfelder.

Zur Methodik der Umfrage: An der Online-Befragung des Marktforschungsunternehmens Lünendonk & Hossenfelder in Mindelheim nahmen 77 Personen teil. Sie verteilen sich auf die B2B-Servicebereiche Management- und IT-Beratung, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatung, Facility Management und Instandhaltung sowie Personaldienstleistung. Neun Prozent der Teilnehmer sind Vorstandsmitglieder, 39 Prozent haben eine Geschäftsführerposition inne, 34 Prozent fungieren als leitende Angestellte. (sg)

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