16.08.2022 – Kategorie: Technologie

DevOps: 4 Schritte, um die IT-Infrastruktur auf Kubernetes umzustellen

DevOpsQuelle: iStock

Die Einführung neuer Tools wie Kubernetes bringt nichts, wenn Entwicklung und IT-Betrieb nicht darauf vorbereitet sind. Eine erfolgreiche Containerisierung kann daher nur begleitend zu einem kulturellen Wandel stattfinden. Vier Schritte auf dem Weg zur Einführung von DevOps, um die IT-Infrastruktur auf ein Container-Modell umzustellen.

Unternehmen, die ihre IT-Infrastruktur ins Container-Zeitalter führen wollen, kommen um die moderne Orchestrierungs-Plattform Kubernetes nicht herum. Deren Einsatz bedeutet allerdings einen Bruch mit dem klassischen vornehmlich manuellen Arbeitsmodell, das Entwickler (Devs) und der IT-Betrieb (Operations) gewohnt sind: Mit Kubernetes gehören etwa händische Software-Deployments sowie Anwendungsstarts und -stopps der Vergangenheit an. Kubernetes fördert Automatisierung nämlich nicht nur, es forciert sie sogar an einigen Stellen. Die Einführung der Plattform bedeutet zudem eine ungewohnt Code-lastige Arbeitsweise für den IT-Betrieb. Bei der Arbeit mit Kubernetes müssen Nutzer viele Arbeitsschritte nämlich initial als Code entwickeln und ausrollen. Der größte Wandel ergibt sich jedoch aus den veränderten Verantwortlichkeiten der Abteilungen durch das Betriebsmodell DevOps, das sich bei der Umstellung auf Kubernetes empfiehlt. Unternehmen sollten hierfür folgende vier Maßnahmen umsetzen:

1. Basiswissen zu DevOps vermitteln und Feedback einholen

Gerade zu Beginn haben Mitarbeiter aus der IT-Abteilung oft Ressentiments gegenüber dem Modell DevOps und den damit einhergehenden Technologien. Daher sollten Unternehmen die ihm zugrunde liegenden Konzepte erklären. Für die Vermittlung dieses Basiswissens eignen sich Schulungen und Open Spaces, in deren Rahmen Entwickler und IT-Betrieb die Kernaspekte von DevOps, Containern und Automatisierung mit Experten eingehend besprechen können. Gerade das Prinzip unveränderlicher Infrastrukturen, in denen Komponenten niemals aktualisiert, sondern neu gebaut und ausgetauscht werden, ist selbst für IT-Profis nicht alltäglich. Das Management muss in dieser Phase offensiv Feedback einholen und Ausschau nach besonders interessierten Mitarbeitern aus der IT-Abteilung halten. Letzteres wird in den folgenden Schritten eine entscheidende Rolle spielen.

2. Pilotprojekt mit DevOps starten

Das beste Argument für die neue Arbeitsweise und die Einführung der neuen Technologie ist ein erfolgreiches Pilotprojekt. Dafür sollten die Verantwortlichen ein Team aus Ops und Devs zusammenstellen, die sich bis dahin durch ihr Interesse an modernen Plattformen wie Kubernetes hervorgetan haben. Idealerweise sind diese Mitarbeiter durch die Initiativen des ersten Schrittes bereits mit dem Grundgedanken von DevOps vertraut und haben erste Erfahrungen mit Containern sowie Kubernetes gemacht. Gemeinsam erproben sie dann in enger Zusammenarbeit die neuen Konzepte und evaluieren, wie sie sich mit der existierenden Kultur im Unternehmen vertragen. Im Kern bedeutet das, dass Ops sich im Wesentlichen mit dem Aufbau der Plattform beschäftigt, während Dev auf dieser Plattform einen kompletten Release-Prozess aufsetzt und verantwortet. Mit Wohlwollen und Erfolgswillen bewältigen Devs und Ops so erste Konflikte und erweitern ihren Erfahrungsschatz für spätere Projekte.

3. Eigenes Center of Excellence einrichten

Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt hat sich die Einrichtung eines sogenannten „Center of Excellence“ bewährt. Dieses fungiert als zentrale Stelle für weitere Planungen. Das Ziel des Expertengremiums sollte die Konzeption einer auf Kubernetes basierenden Plattform sein, deren Ressourcen und Prozesse weitere Projekte nutzen können. Dazu müssen sich die Mitglieder einen Überblick über die zu erwartenden Use Cases verschaffen. Und auch die Art und Weise definieren, in der Devs und Ops zukünftig zusammenarbeiten sollen. Teil dieser Erwägungen ist unter anderem, wie eigenverantwortlich Entwickler ihre Services betreiben sollen.

4. DevOps Engineers etablieren

Der finale Schritt besteht darin, die Schnittstelle zwischen Dev und Ops zu stärken. Dazu bilden Unternehmen dedizierte DevOps Engineers aus dem Mitarbeiter-Pool des Center of Excellence aus oder heuern bereits erfahrene Fachkräfte an. Die Spezialisten verwalten in DevOps-Teams die Kubernetes-Plattform und stehen den Teammitgliedern für die Optimierung der Zusammenarbeit mit Rat und Tat zur Seite. Unternehmen sollten unbedingt darauf achten, dass sie entsprechend ihres Projektaufkommens genügend DevOps Engineers ausbilden beziehungsweise engagieren.

„Die Containerisierung ist nichts, was nur die Operations-Abteilung betrifft. Sie setzt ein Umdenken auf allen Verantwortungsebenen voraus. Daher müssen Unternehmen nicht nur die Einführung von Tools wie Kubernetes vorantreiben, sondern begleitend dazu eine DevOps-Kultur schaffen. Nur so können sie die Vorteile einer auf Containern basierenden IT-Infrastruktur vollständig nutzen“, erläutert Oliver Weise, Principal Software Engineer bei Consol.

Consol
Oliver Weise ist Principal Software Engineer bei der Consol Consulting & Solutions Software GmbH. (Bild: Consol)

Die Consol Consulting & Solutions Software GmbH mit Hauptsitz in München unterstützt Unternehmen mit passgenauen IT-Lösungen durch den gesamten Software-Lifecyle. High-End-IT-Beratung, agile Software-Entwicklung sowie Betrieb und Support sind die Eckpfeiler des Portfolios. Dazu zählen Open Source-Projekte wie Quarkus, OpenShift oder Tekton. Zudem bietet es mit der Software Consol CM eine Plattform zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen. (sg)

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