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Datenschutz: Jeder dritte deutsche Verbraucher ist zum Datenverkauf bereit

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Datenschutz: Jeder dritte deutsche Verbraucher ist zum Datenverkauf bereit

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In der digitalen Welt sind Daten wie Kontonummer, Geburtsdatum, Gesundheitsfakten oder Kaufverhalten zu einem wichtigen Wirtschaftsgut geworden. Daher bestimmen Fragen nach dem Umgang mit Daten und ihrem Wert immer stärker den öffentlichen Diskurs.
Datenschutz

Quelle: EOS

  • Gemäß der neuen Studie „Was sind Daten wert?“ von EOS befürworten mehr als ein Drittel der Befragten das Prinzip „Gegenleistung für Daten“.
  • 23 Prozent der Befragten wurde bereits ein Angebot zur Datenpreisgabe gemacht.
  • Mehrheit der Deutschen ist der Wert ihrer persönlichen Daten nicht bewusst.

Laut der neuen Studie „Was sind Daten wert?“ von EOS finden fast 60 Prozent der deutschen Verbraucher*innen, dass sie für die Nutzung ihrer Daten entschädigt werden sollten. Dabei überrascht die Bereitschaft zum Datenverkauf hierzulande: Mit 36 Prozent liegen die Deutschen leicht über dem europäischen Durchschnitt (34 Prozent) und sind beim Datenschutz nicht so vorsichtig, wie es ihrem Ruf entspricht. Bei den unter 35-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 46 Prozent. Immerhin 22 Prozent sind den Deal „Datenpreisgabe mit Gegenleistungen“ sogar schon eingegangen, ebenfalls mehr als der europäische Durchschnitt mit 18 Prozent.

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61 Prozent der Befragten würden ihre Daten zu Kaufentscheidungen an Unternehmen verkaufen. (Grafik: EOS)

Vertrauen und Art der Daten sind entscheidend für die Preisgabe

Die Bereitschaft, persönliche Informationen mit Firmen zu teilen, hängt vom Vertrauen in deren Umgang mit den Daten ab, vor allem von der Einhaltung gesetzlicher Richtlinien beim Datenschutz. Ebenso relevant ist jedoch die Art der Daten. So würden laut der Studie rund 60 Prozent der Deutschen einem vertrauenswürdigen Unternehmen persönliche Informationen oder Daten zu Kaufentscheidungen sowie Vorlieben für Produkte und Marken gegen Geld preisgeben. Auch Interaktionsdaten oder Daten zum Surfverhalten sind unproblematisch (45 Prozent).

Konto- oder Kreditkartendaten sowie Einblicke ins Bankkonto sind hingegen für eine große Mehrheit zu sensibel, um sie zu veräußern (unter zehn Prozent). Nach dem konkreten Vergütungswunsch gefragt, sind für rund die Hälfte der Befragten in Deutschland vor allem Sachprämien und Rabatte attraktiv, während ein privilegierter Kundenstatus (18 Prozent) und bessere Serviceleistungen (13 Prozent) weniger gefragt sind.

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50 Prozent der Verbraucher wollen für Ihre Daten Rabatte auf Produkte erhalten. (Grafik: EOS)

Datenschutz: Datenbasierte Analysen und passende Lösungen

Unternehmen schöpfen das Potenzial oftmals noch nicht aus, ihre Kund*innen zur Freigabe von Informationen anzuregen und diese Daten sinnvoll zu nutzen. Dass sich das lohnen kann, zeigt der Blick ins Forderungsmanagement. „Wir werten Inkassovorgänge aus, um mithilfe von Machine-Learning-Algorithmen unsere Dienstleistung stetig zu verbessern“, erläutert Jakob Spitzer, Bereichsleiter Analyse & Steuerung bei EOS Deutscher Inkasso-Dienst.

EOS Spitzer
Jakob Spitzer ist Bereichsleiter Analyse & Steuerung bei EOS Deutscher Inkasso-Dienst (Bild: EOS)

„Für einen angemessenen Umgang mit Daten bietet die Rechtsgrundlage gerade in Deutschland eine sehr gute Voraussetzung. Über eine fundierte Datenbasis ermitteln wir die effizienteste Next-Best-Action im Inkassoprozess. Daten sind für uns der Treibstoff für analytische Entscheidungen und entsprechend wertvoll. Je besser die verfügbaren Daten sind, desto besser für alle Seiten. Denn auch die säumigen Zahler*innen profitieren von realistischen Zahlungsplänen“, so Jakob Spitzer weiter.

Dr. Henning Stolze, Leiter Data Governance & Data Management bei EOS Deutscher Inkasso-Dienst, fügt hinzu: „Unternehmen müssen den Schritt machen, die Gegenleistung für Daten sowie deren Nutzen klarer auszuweisen. Also auch die Möglichkeiten aufzuzeigen, was man als Verbraucher*in konkret dafür bekommt, wenn man Daten zur Verfügung stellt. So können beide Seiten profitieren.“

Datenschutz: Unklarheit über den Wert von Daten

Laut der EOS Studie ist erst jedem fünften Deutschen für die Preisgabe bestimmter Daten eine Gegenleistung angeboten worden. Mit Blick auf den konkreten monetären Gegenwert herrscht aber noch Unklarheit: So glauben 65 Prozent der Deutschen, dass dem Großteil der Verbraucher*innen der monetäre Wert ihrer Daten nicht bewusst ist.

78 Prozent der Befragten würden einem vertrauenswürdigen Unternehmen trotz Datenschutz persönliche Informationen verkaufen, jedoch hat nur knapp die Hälfte von ihnen (47 Prozent) dafür eine konkrete Preisvorstellung im Kopf. Diese liegt für rund 43 Prozent bei unter 50 Euro und für weitere 20 Prozent im Bereich bis 100 Euro. 17 Prozent wären hingegen für einen Betrag von bis zu 500 Euro zur Preisgabe von Daten bereit und für jeden Fünften müssten sogar mehr als 500 Euro als Gegenleistung fließen.

EOS Stolze
Dr. Henning Stolze ist Leiter Data Governance & Data Management bei EOS Deutscher Inkasso-Dienst. (Bild: EOS)

„Die Unsicherheit zum Wert von Daten betrifft alle gleichermaßen, ob Verbraucher*innen oder Unternehmen. Jeder kennt den Spruch ‚Daten sind Gold‘, aber was heißt das eigentlich? Bei uns ist daraus ein Projekt entstanden, in dem wir die für uns wertvollsten Datenfelder definiert und dafür einen möglichst konkreten Wert anhand von relevanten Parametern wie Risikovermeidung oder Kostenreduzierung bestimmt haben“, erklärt Dr. Henning Stolze.

„Wenn wir als Unternehmen festlegen, was uns Daten wert sind, lassen sich auf dieser Basis sehr fundierte Entscheidungen treffen. Denn wer sich den Wert von Daten bewusst macht, geht besonders sorgsam mit ihnen um. Diese Diskussion wird die nächsten Jahre sicher weiter bestimmen“, so Stolze abschließend.

Zur Methodik der Studie: Die Studie „Was sind Daten wert?“ von EOS, die in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Kantar im Frühjahr 2020 durchgeführt wurde, ist repräsentativ für die (Online-)Bevölkerung ab 18 Jahren in den 17 untersuchten Ländern. Für die Stichprobe befragt wurden jeweils 1.000 Personen in Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kroatien, Polen, Rumänien, Russland, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und den USA sowie 300 in Nordmazedonien. Die Teilnehmer beantworteten Fragen zu ihrem persönlichen Umgang mit Daten und deren Freigabe, ihrem Vertrauen in Unternehmen sowie ihrer Bereitschaft, Daten gegen Vergütung zu veräußern.
Die EOS Gruppe ist Finanzinvestor und Experte bei der Bearbeitung offener Forderungen. Schwerpunkt ist der Ankauf von unbesicherten und besicherten Forderungsportfolios. (sg)

Lesen Sie auch: Datenschutzanforderungen werden für Unternehmen zur Innovationsbremse

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