Darknet: Schwarzmarkt für Covid-19-Impfstoffe nimmt stark zu

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Die Betrugsversuche im Darknet steigen schnell an – ebenso die Preise und die Produktvielfalt. Die Forscher von Check Point Research hatten schon im Dezember 2020 vor Betrug im Darknet rund um Impfstoffe gewarnt. Dahinter versteckten sich gefälschte Medikamente, Angebote und Malware.
Dark Web Exchange Server Darknet Cyberkriminalität Datenleck

Quelle: Alexander Geiger/Shutterstock

Vor betrügerischen Angeboten im Darknet warnte auch die überstaatliche Polizei Europol. Die Betrüger boten angeblich Impfstoff-Dosen von bekannten Covid-19-Impfstoffen, wie dem von Biontech und Pfizer, an. Als Zahlungsmittel forderten sie Bitcoin, um eine Verfolgung so gut wie unmöglich zu machen. Damals verlangten sie Preise von etwa 0,01 Bitcoin pro Person, was ungefähr 300 US-Dollar oder 250 Euro entsprach.

Nun zieht das Geschäft im Januar 2021 offenbar so richtig an: Die Zahl der Werbung für Covid-19-Impfstoffe im Darknet stieg um 400 Prozent auf einige hundert an. Eine Suche der Sicherheitsexperten von Check Point Research, der Forschungsabteilung von Check Point Software Technologies, brachte über 340 Ergebnisse auf 34 Seiten zum Vorschein; im Dezember waren es noch acht Seiten bei ähnlicher Suche. Außerdem stiegen die Preise für die angebotenen Impfstoffe stark an. Im Dezember lag der Durchschnitt bei 250 bis 300 US-Dollar (205 bis 246 Euro) für Impf-Dosen. Nun stieg er auf 500 US-Dollar (411 Euro) und in manchen Fällen auf 1.000 US-Dollar (822 Euro) an – teilweise eine Vervierfachung.

Darknet
Im Darknet bieten Betrüger angeblich Coronavirus-Impfstoffe zum Verkauf an. (Bild: Check Point)

Darknet: Angebote sind nicht zuverlässig

Zudem werden nun keine einzelnen Dosen mehr allein verkauft, sondern Pakete mit mehreren Impfstoff-Dosen darin. Dies verweist auf eine Vergrößerung des Geschäftsfeldes dieses Schwarzmarkts und zeigt, dass Leute in den Blick rücken, die für Freunde und Familien auf einmal Einkaufen möchten und entsprechend mehr Geld in die Hand nehmen. Vor der Korruption, die mit der Impfstoff-Verteilung einhergehen kann, warnte Transparency.org schon im Dezember.

Erschreckend ist vor allem folgende Beobachtung: Zu Beginn wurden die meisten Impfstoff-Dosen als Made in China beworben, ohne Markenkennzeichnung oder Zertifikat einer Behörde (FDA oder ENSA). Seit der Freigabe durch die US-amerikanische FDA wird das Freigabesiegel nun aber missbraucht und angezeigt, oder die Angebote ohne genaue Spezifikation ausgeschrieben. Die Sicherheitsforscher von Check Point wollten die Zuverlässigkeit der Angebote selbst überprüfen und haben daher eine Bestellung über den Nachrichtendienst Telegram bei einem Händler im Darknet in Auftrag gegeben. Sie bekamen die Kontakt-Daten und Telefonnummer über ein Darknet-Forum. Angeboten wurde ihnen dann ein chinesischer Impfstoff für 750 US-Dollar (616 Euro). Sie schlugen ein, zahlten mit Bitcoin, gaben ihre Lieferadresse an und fragten nach Versand-Details.

Nach einigen Tagen ohne Kontakt erhielten sie eine Nachricht über Telegram, dass der Impfstoff an ihre Adresse geliefert worden sei. Wieder wenige Tage später war das Konto des Anbieters gelöscht worden und natürlich traf das Paket bis heute nicht ein. Einer der kontaktierten Verkäufer warb sogar damit, er könne 10.000 Dosen verschicken, was für 5.000 Personen reichen würde (jede Impfung gegen Covid-19 benötigt zwei Schüsse im Abstand von 21 Tagen). Er schlug vor, weil die Ladung so groß wäre, diese auf drei oder vier Lieferung aufzuteilen und verlangte insgesamt 30.000 US-Dollar, also rund 24.650 Euro.

Check Point Software Technologies Ltd. ist Anbieter von Cyber-Sicherheitslösungen für Unternehmen und Regierungen. Die Lösungen schützen Kunden vor Cyber-Angriffen der 5. Generation mit einer Fangrate von Malware, Ransomware und anderen gezielten Angriffen. Check Point bietet die mehrstufige Sicherheitsarchitektur Infinity Total Protection mit Gen V Advanced Threat Prevention, die alle Netzwerke, Clouds und mobilen Operationen eines Unternehmens vor allen bekannten Angriffen schützt. (sg)

Lesen Sie auch: Cybersicherheit: Die 4 größten Bedrohungen für europäische Unternehmen

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