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cologne IT summit_: „Dann ist das scheiße.“ Oettinger redet Tacheles

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cologne IT summit_: „Dann ist das scheiße.“ Oettinger redet Tacheles

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Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, hat beim cologne IT summit_ in Köln letzte Woche Tacheles geredet. Seine Botschaft: Die Europäisierung hat Grenzen. Im Bereich der digitalen Wirtschaft müssen diese aber fallen. Ansonsten stehe die Wettbewerbsfähigkeit Europas auf dem Spiel.
Günther Oettinger auf dem cologne IT summit_ 2016

Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, hat beim cologne IT summit_ in Köln letzte Woche Tacheles geredet. Seine Botschaft: Die Europäisierung hat Grenzen. Im Bereich der digitalen Wirtschaft müssen diese aber fallen. Ansonsten stehe die Wettbewerbsfähigkeit Europas auf dem Spiel.

Oettingers Besuch war kurz aber eindrücklich. Auf der Durchreise nach Berlin legte der „Digitalisierungs-Kommissar“ einen halbstündigen Zwischenstopp in der IHK Köln ein und hielt das Referat zum Thema „Europa 4.0 – hilft die Politik beim Wandel?“. Dem Kongressschwerpunkt „Digitalisierung – von Branchen lernen“ trug er mehr als Rechnung und scheute auch die Wahl deutlicher Worte nicht.

Außengrenzen schützen

„Wenn die Zulieferer auf der Straße nicht nachkommen und es daher zu Ausfällen in Industrie und Handel kommt“, sagte Deutschlands Brüssel-Export Nummer eins, „dann ist das scheiße.“ So hätten sich seit den terroristischen Anschlägen in Paris die Rückstauzeiten an der Landesgrenze zu Deutschland wegen verstärkter Kontrollen erheblich erhöht. Was im Inneren für Sicherheit sorgt, ist für Zulieferbetriebe eine regelrechte „Katastrophe“, konstatierte der Politiker. „Wir müssen alles tun, dass wir nicht die 28 Gebietsgrenzen dicht machen, sondern dass wir die europäischen Außengrenzen schützen.“ Dazu bedürfe es einer europaweiten Grenzschutzpolizei.

Günther Oettinger auf dem cologne IT summit 2016.

 

Deutschlands Logistik-Dilemma

Passiert in dieser Hinsicht weiterhin nichts, wird sich Deutschlands Logistik-Dilemma zuspitzen. Denn die Digitalisierung ist in vollem Gange. Ohne Roboter oder Computer kommt schon jetzt kaum ein Geschäftszweig mehr aus. Das hat bereits zu kürzeren Produkt- und Entscheidungszyklen geführt. Tendenz steigend. Das zunehmende Tempo der Prozesse mündet aber nur dann in nachhaltigem Wirtschaftswachstum, wenn neben der digitalen Infrastruktur auch die reale – das Verkehrssystem – Schritt hält. Hier herrsche Verbesserungsbedarf, kritisierte Oettinger. „Unglaublich, da geht soviel auf der Straße verloren – und das rund um die Uhr.“

Aber auch – das beschönigte Oettinger ebenso wenig – um die Daten-Autobahnen sei es nicht zum Besten bestellt. Für eine funktionierende Industrie und Arbeitswelt 4.0 sei eine digitale Infrastruktur vonnöten. Flächendeckend. In ganz Europa. „Es kann doch nicht sein, dass etwa zwischen Eupen und Aachen fünf Minuten lang ein Funkloch herrscht“, wetterte er. Auch die Übertragungsraten reichten mit 30 Mbit nicht aus: „Wir benötigen nicht nur 5G, sondern Raten im Gigabyte-Bereich.“

Zukunftsperspektiven im modernen Geschäftsverkehr

Einen Einblick, welche Möglichkeiten sich innerhalb einer voll digitalisierten Welt eröffnen könnten, lieferte derweil Floris van Heijst, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland.  Unter dem Titel „Sicherer Hafen Deutschland – Zukunftsperspektiven im modernen Geschäftsverkehr“ stimmte er in seiner Keynote Zukunftsmusik an.

Maus, Display und Tastatur – für van Heijst sind das schon fast Relikte von anno dazumal. „Die digitale Welt eröffnet sich durch Sprache und Bewegung “, erklärte der Microsoft-Manager. Anschauliche Beispiele blieb er den rund 450 Gästen und 20 Ausstellern des cologne IT summit_ nicht schuldig. So stellte er ein Übersetzungsprogramm vor, das eine Sprache in eine andere transferiert – simultan und praktisch fehlerfrei. So könne man sich beispielsweise via Skype über Landesgrenzen hinweg austauschen. Interessant sei das zum Beispiel für die Kommunikation innerhalb virtueller Teams. 

„Bankschalter oder Fintech?“

Begleitet wurde der Kongress wie schon in den Vorjahren von einer Fachausstellung, bei der die Besucher die Gelegenheit zum Austausch intensiv nutzten. In den parallel stattfindenden Diskussionspanels erhielten einzelne Branchen ihr Forum. Zum Thema „Bankschalter oder Fintech?“ diskutieren Philip Laucks, Bereichsvorstand Direktbank bei der Postbank AG, Dr. Gernot A. Overbeck von der Fintura GmbH und Kai Panitzki, Vorstand der Börsenmedien AG und Dr. Oliver Vins, Gründer der Vaamo Finanz AG.

Zunächst einigte man sich sachlich darauf, dass es auf ein Miteinander hinausliefe, eine friedliche Koexistenz: Zwar zeigten sich immer mehr Verbraucher von den Anwendungen der innovativen Finance-Startups, den so genannten „Fintechs“, begeistert. Doch letztlich griffen viele der kleinen Wettbewerber auf die Dienstleistungen der „großen Tanker“ im Business zurück. Wobei sich Gernot A. Overbeck abschließend die eine Spitze doch nicht verkneifen konnte. „Ich bin gespannt, wie das Spiel in zehn Jahren aussieht. Google ist ja auch noch nicht so alt – und wer hätte gedacht, dass der Konzern eine solche Erfolgsgeschichte hinlegt?“

Zweistellige Wachstumsraten

Weitere Diskussionspanels waren überschrieben mit „Personal 4.0 – digital vernetzt und virtuell geführt”, „Rechtliche Herausforderung Digitalisierung am Beispiel von Big Data”, „Digitalisierung und Sicherheit” oder „Gewinnen mit Digitalisierung – NRW-Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft”. Initiator des cologne IT summit_ und Geschäftsführer der Jogecon GmbH, Georg Ruppert,  zog eine positive Bilanz. „Wir freuen uns über zweistellige Wachstumsraten bei den Kongressteilnehmern und gehen nun mit großen Schritten in die Planung für den siebten Termin am 26. Januar 2017. Für uns ist nach dem cologne IT summit_ vor dem cologne IT summit_.“

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Georg Thünemann
Georg Thünemann
1. Februar 2016 19:39

Das Video zum Text: https:/
Das Video zum Text: https://www.youtube.com/watch?v=8uZVVNd5yTg

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