BIM: Digitalisierung von Bestandsdaten

Die Diskussion über den Einsatz von Building Information Modeling geht längst über die Phasen der Planung und Realisierung von Neubauprojekten hinaus. Auch die Verantwortlichen für den Gebäudebetrieb befassen sich mit dem Potenzial von BIM und den möglichen Herangehensweisen.

Mit BIM-Methoden realisierte Projekte aber sind noch rar und es fehlt vielfach an konkreten Erfahrungen. Doch während der Einstieg in BIM daher eher zögerlich erfolgt, wächst zugleich die Nachfrage nach der Digitalisierung vorhandener Bestandsdaten. Die Treiber dafür bestehen in erster Linie in den Pflichten, die Vorgaben des Gesetzgebers besser einhalten zu müssen. Erst an zweiter Stelle geht es darum, sich auf die Kür einer Einführung von BIM vorzubereiten. Das berichtet die Ambrosia FM Consulting & Services GmbH und erweitert ihren Geschäftsbereich Services/Digitalisierung Bestandsdaten.

„In den vergangenen fünf Jahren standen insbesondere drei Themen ganz oben auf der Tagesordnung unserer Kunden im Gebäudebetrieb und Facility Management, wenn es um das Management von digitalen Objektdaten ging: Mobilität, Zugriff auf die Daten über die Cloud und gezielte Bereitstellung relevanter Daten über entsprechende Plattformtechnologien. In jüngster Zeit erhalten wir auch zunehmend mehr Anfragen nach Beratung für den Einsatz von BIM aus dem Bestand heraus - etwa mit Blick auf eine FMgerechte Planung bei Umbauten oder Erweiterungen. Doch sprunghaft ist der Anstieg von Anfragen für die Digitalisierung von Bestandsdaten“, berichtet Eva Reckmann, Vertriebsleitung bei der Ambrosia FM Consulting & Services GmbH. Als immer wiederkehrende Herausforderung erweise sich die uneinheitliche Struktur, der veraltete Zustand oder schlichtweg das Fehlen von erforderlichen Daten. Die Gretchenfrage vieler Verantwortlicher bestehe daher meist in der Abwägung zwischen Optimierung des vorhandenen Datenbestands soweit wie möglich, oder einer kompletten Neuerfassung des Bestands bereits mit Blick auf den möglichen Einsatz von BIM.

Entscheidende Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von BIM ist die Verständigung der Beteiligten auf ein einheitliches Prozessmodell und eine einheitliche Datensprache sowie offene Schnittstellen der angewendeten IT-Systeme. Die dem zugrunde liegenden (Teil)-Standardsierungen sind aber vielfach noch umstritten. Völlig klar hingegen ist die Tatsache, dass die Einhaltung gesetzlicher Pflichten kein Zögern und keinen Aufschub duldet.

„Geht es etwa um Flucht-, Rettungswege- und Feuerwehrpläne, so müssen die auf Basis der DIN 4844-3, der DIN ISO 23601 und der DIN 14095 aktuell sein. Und auch, wenn wir über die vielfachen Vorgaben aus der Betreiberverantwortung bzw. Arbeitsschutz sprechen, geht es nicht um die Kür, sondern um Pflichten. Veraltete und unvollständige oder eben auch analog vorliegende Daten, machen Überblick und Auswertung, Austausch und Zugriff, aber auch das Einhalten der Regelkonformität nahezu unmöglich. Das sind die Gründe, weshalb die Nachfrage nach der Digitalisierung von Plänen, PDFs und anderen analogen Datenbeständen zuletzt sogar so stark zugenommen, dass wir in den zurückliegenden Wochen unseren Geschäftsbereich Services im Bereich Digitalisierung stark ausbauen mussten“, so Eva Reckmann. Das sei gewissermaßen die Pflicht.

Im Ergebnis kann dann ein Bezug zwischen den gesetzlichen Vorgaben und möglichen Prüffristen hergestellt werden. Und zugleich erhöhen die Verantwortlichen im Gebäudebetrieb auf Basis der dann digital vorliegenden Daten auch ihre Kostensicherheit und Termintreue, etwa bei der Durchführung von Wartungs und Instandsetzungsmaßnahmen. Denn die Vergabe an Auftragnehmer erfolgt dann auf Basis einer präziseren Mengenermittlung. Auch können die Leistungsbeschreibung genauer erstellt und somit mögliche Nachträge reduziert werden. Zugleich verschaffen sich die Verantwortlichen damit eine erheblich bessere Ausgangsbasis, wenn es um den Eintritt in das phasenübergreifende Building Information Modeling geht. Das wird dann die Kür.

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