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Auf dem Weg zur digitalen Automobilbranche

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Im letzten Jahr hatte es den Anschein, dass Unternehmen aus der Kommunikationstechnologie wie Google den traditionellen Autobauern im Wettkampf um die ersten und besten autonom fahrenden Fahrzeuge den Rang ablaufen könnten. Doch die diesjährige CES in Las Vegas zeigt, dass die Automobilhersteller deutlich aufholen und es auf beiden Seiten eine verstärkte Bereitschaft gibt, zusammenzuarbeiten. Was diese Entwicklung für die Automobilbranche bedeutet, beleuchtet Michael Strelow von der Unternehmensberatung Iskander Business Partner genauer.

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Im letzten Jahr hatte es den Anschein, dass Unternehmen aus der Kommunikationstechnologie wie Google den traditionellen Autobauern im Wettkampf um die ersten und besten autonom fahrenden Fahrzeuge den Rang ablaufen könnten. Doch die diesjährige CES in Las Vegas zeigt, dass die Automobilhersteller deutlich aufholen und es auf beiden Seiten eine verstärkte Bereitschaft gibt, zusammenzuarbeiten. Was diese Entwicklung für die Automobilbranche bedeutet, beleuchtet Michael Strelow von der Unternehmensberatung Iskander Business Partner genauer.

Ein deutliches Zeichen für eine neue Strategie setzte auf der CES 2017 erneut Googles Mutterkonzern Alphabet. In der Vergangenheit hatte er die Entwicklung eines eigenen selbstfahrenden und vernetzten Fahrzeugs stark vorangetrieben und sogar die Tochterfirma Waymo gegründet, die die Technik für autonomes Fahren entwickelt. Die enge Kooperation mit Fiat Chrysler erweckt allerdings den Eindruck, dass Google diese Pläne zurückstellt und nun doch stärker mit traditionellen Automobilherstellern (OEMs) zusammenarbeiten wird.

Kooperation und strategische Partnerschaften

Künftig wird Google verstärkt darauf setzen, Robotorwagentechnik und Plattformen für die Digitalisierung und Vernetzung in den Fahrzeugen der OEMs zu integrieren. Aus strategischer Sicht bringt dies für beide Seiten wesentliche Vorteile. „Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) wie Google besitzen in diesem Bereich gegenüber den etablierten Automobilherstellern einen Vertrauensvorsprung, da der Kunde die Systeme aus der Consumer-Welt bereits kennt und ständig nutzt“, erklärt Michael Strelow, Berater bei Iskander Business Partner. „Bei Consumer Devices, Infotainmentsystemen, künstlicher Intelligenz und autonomen Fahren haben Google und Co. bereits seit Jahren Standards gesetzt.“

Da die Grenzen zwischen Automobilindustrie und IKT immer stärker verschwimmen, müssen die Automobilhersteller bereit sein, etablierte Strukturen und Prozesse für neue Partnerschaften zu öffnen. „OEMs, die in Zukunft in der Automobilbranche Vorreiter sein möchten, sollten aus Eigeninteresse mit den relevanten Technologieführern im engen Austausch sein und über gemeinsame Lösungen nachdenken“, ergänzt Michael Strelow. Hierunter könnten strategische Partnerschaften mit IKT-Unternehmen, wie das Beispiel Google und Chrysler Fiat, oder die Entwicklung einer gemeinsamen Backend-Plattform fallen. Fest steht, dass die etablierten Automobilhersteller die automobile Zukunft nicht alleine gestalten können.

Den Anschluss nicht verlieren

Je nach Ausgangsposition ist es ratsam, seine Kernkompetenz – das Auto zu produzieren – beizubehalten und digitale Bereiche auszulagern. Es kann aber auch möglich sein, das traditionelle Portfolio weiter auszubauen und durch digitale Zusatzangebote auszudehnen. Auf diese Weise behalten OEMs auch die Datenhoheit und können zum Dreh- und Angelpunkt in der mobilen Lebenswelt des Kunden werden. Die letzte Möglichkeit, mit der Digitalisierung in der Fahrzeugbranche Schritt zu halten, besteht darin, den Fahrer in seinem Lebenszyklus weiter als bis zur Schlüsselübergabe zu begleiten und so zum 360-Grad-Automobilhersteller zu werden.

Im Whitepaper „Digitalisierung und Vernetzung in der Automobilindustrie“ rät Michael Strelow Automobilherstellern sich davon zu lösen, ausschließlich produkt- und technologiegetrieben zu denken. Sie müssen sich an den Kundenwünschen orientieren und den Einfluss von Vernetzung und Konnektivität im Fahrzeug auf bestehende Geschäftsmodelle berücksichtigen.

(jm)

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