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Allensbach-Studie: Weitere Kostensenkung angesagt

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Eine aktuelle Allensbach-Studie belegt: Deutsche Unternehmen wollen trotz Aufschwung weiter kräftig Kosten senken, um auch preislich wettbewerbsfähig zu bleiben. Vier von fünf deutschen Unternehmen wollen ihre Kosten senken, um das operative Ergebnis zu verbessern. Groß;e Unternehmen und Konzerne haben in der Anwendung von Kostensenkungsmaß;nahmen gegenüber dem Mittelstand deutlich die Nase vorn. Das hat eine aktuelle Befragung von 501 Top-Entscheidern der deutschen Wirtschaft durch das Institut für Demoskopie Allensbach und das Kerkhoff Competence Center for Supply Chain Management der Universität St. Gallen ergeben. Die Studie erscheint in Auszügen exklusiv in der Financial Times Deutschland Online und der April-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Impulse.

79 Prozent der groß;en Unternehmen und Konzerne setzen auf Kostensenkung zur Profitabilitätssteigerung, bei Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern sind es immerhin noch 72 Prozent. Gerd Kerkhoff, Geschäftsführer des auf Einkauf und Supply-Chain-Management spezialisierten Beratungsunternehmens Kerkhoff Consulting, hat die Studie beauftragt. „Trotz des aktuellen Wirtschaftswachstums und des Ziels, den Umsatz zu steigern, hat die deutsche Wirtschaft auch das Thema Kosten weiter deutlich im Fokus“, sagt Kerkhoff. „Die internationalen Märkte bescheren uns immer hochwertigere und innovativere Produkte aus dem Ausland. Da reicht es für Deutschland nicht mehr, nur in der Qualität führend zu sein. Wir müssen auch preislich wettbewerbsfähig produzieren können.“

In der Produktion will die Hälfte der Unternehmen Kosten senken, im Bereich Einkauf und Beschaffung ist es jeder Zweite. Aber auch beim Personal geben 34 Prozent der befragten Top-Entscheider an, künftig weiter Kosten zu senken. Forschung und Entwicklung bleiben zumeist von Einsparungen verschont: Nur 8 Prozent der Unternehmen wollen hier Kosten sparen. Auffällig: Im Bereich Produktion wollen wesentlich mehr groß;e (57 Prozent) als mittelständische Unternehmen sparen (48 Prozent). Auch im Bereich Logistik sehen die Groß;unternehmen (42 Prozent) ein wesentlich höheres Kostensenkungspotenzial als Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern (29 Prozent).

Produktion und Verwaltung

Diese Unterschiede machen sich auch in den Maß;nahmen bemerkbar. Nur 35 Prozent der Mittelständler nutzen zur Verringerung der Durchlaufzeiten in der Produktion eine interne Optimierung der Produktionsabläufe, bei groß;en Unternehmen macht dies immerhin jedes Zweite. Eine Optimierung der Verwaltungsprozesse haben bereits 69

Prozent der Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern durchgeführt. Bei Unternehmen unter 1.000 Mitarbeitern sind dies nur 60 Prozent, bei Unternehmen mit maximal 250 Mitarbeitern sogar nur 52 Prozent.

Einkauf und Beschaffung

Die Hälfte der befragten Firmen wollen im Einkauf die Kosten senken. „Umso erstaunlicher ist es, dass gerade im Einkauf weder bei groß;en noch bei kleinen Unternehmen ein modernes Einkaufsmanagement vorhanden ist“, sagt Gerd Kerkhoff. Bei der Pflege der Beziehungen zu den Lieferanten führen immerhin 81 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern standardisierte Lieferantenbewertungen durch, 86 Prozent kontrollieren ihre Lieferanten systematisch. Bei Mittelständlern sieht dies ganz anders aus: Nur 65 Prozent bewerten standardisiert, nur 63 Prozent kontrollieren. Sowohl Mittelständlern als auch Konzernen geht besonders viel Potenzial in der Einbindung der Einkaufsabteilung ins Gesamtunternehmen verloren. So ist der Einkauf nur bei 41 Prozent der befragten Unternehmen „stark“ und „sehr stark“ in die Produktentwicklung mit eingebunden. Bei 44 Prozent der Unternehmen wird immer noch von Fachabteilungen Material eingekauft, ohne den Einkauf überhaupt mit einzubinden (so genanntes „Maverick Buying“). Auch neue Tools setzt der Einkauf nur selten ein: Gerade einmal ein Fünftel der Unternehmen nutzt ein Tool zur genauen Kalkulation der Kosten der eingekauften Produkte („Cost Breakdown“). Bei Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern sind dies sogar nur 13 Prozent. „Wer umfangreiche Kostensenkungen im Einkauf durchführen will, der muss diesen Bereich modernisieren“, sagt Gerd Kerkhoff.

Finanzen

Auch durch die Senkung des Umlaufvermögens lassen sich Refinanzierungskosten sparen. Gerd Kerkhoff: „Die größ;te Diskrepanz zwischen Mittelstand und groß;en Unternehmen sehe ich im Bereich Working Capital. Bei den Konzernen arbeiten zwei Drittel an einer unmittelbaren Senkung, im Mittelstand sind es schlappe 31 Prozent. Dabei beschaffen die meisten Mittelständler Kapital überwiegend über Bankkredite, bei groß;en Unternehmen sind das nur noch 57 Prozent. Das bedeutet: Groß;e Unternehmen können sich günstiger refinanzieren und sind damit für die Zukunft wesentlich professioneller aufgestellt. Mittelständler sollten aufwachen!“

Zur Studie

Die Befragung hat im 1. Quartal 2011 stattgefunden und ist durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag von Kerkhoff Consulting durchgeführt worden. Befragt worden sind 501 Top-Entscheider aus allen Branchen, in der Regel Inhaber, Geschäftsführer und Vorstände.

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