digitalbusiness CLOUD 04/2017

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

viel ist zurzeit von der „digitalen Reife“ oder der „digitalen Fitness“ der Unternehmen zu lesen, auch darüber, dass es damit nicht besonders gut bestellt sei. Klar, Dienstleister versuchen mit solchen Begriffen, Angebote zu vermarkten. Aber Hand aufs Herz – wissen Sie, wie digital Ihre Abläufe tatsächlich sind? Mit DIGITAL BUSINESS können Sie es selbst testen. Die Kölner Beratung Digitisation hat mit dem Fraunhofer Institut knapp 100 Fragen zusammengestellt, mit denen sich der Ist-Zustand einer Organisation ergründen lässt. Bis 15. Oktober steht Ihnen der Online-Test kostenlos zur Verfügung. Wer ihn mit seinen Fach- und Führungskräften beantwortet, zeichnet danach ein realistisches Bild – und entgeht der Gefahr einer verbreiteten Fehleinschätzung: Meistens beurteilen Unternehmer ihre Organisation digitaler als Mitarbeitende.

Vor Kurzem sprach ich mit einem Manager von Otto. Er erzählte unter anderem, dass der Hamburger Handelskonzern einen Teil seiner Daten in die Amazon-Cloud AWS auslagert, bei der Konkurrenz also. Er gehe, meinte der Datenspezialist, davon aus, dass Amazon als Cloud-Dienstleister so professionell sei, dass er interessenskonflikte vermeide und daher die Otto-Daten nicht anrühre. Anders Walmart: Der US-Händler ist sehr in Sorge um seine Daten. Nach der Übernahme von Whole Foods durch Amazon hält er gemeinsame Lieferanten an, Walmart-Daten nicht mehr bei AWS zu speichern. Aus Konkurrenzgründen, Amazon greift Walmart mit dem Kauf im Kerngeschäft an. Die Angst von Walmart zeigt, wie wertvoll Daten geworden sind – und wie schützenswert. Was ich mir bisher nicht klar gemacht hatte: Ein umfassender Datenbestand erhöht den Unternehmenswert. Daher sollten Unternehmen auch nach Fusionen und Übernahmen darauf achten, jederzeit die Kontrolle über ihre Daten zu behalten. Sie mit dem anderen Datenbeständen zu mischen, berührt außerdem Schutzrechte von Kunden, Angestellten und Lieferanten.

„Eigenständig besser“ – daher hat Thomas Strohe das von ihm gegründete Unternehmen Plusserver aus einem Konglomerat von Hostern zurückgekauft. Er wolle Plusserver „weiter aktiv begleiten“. Trotzdem – die Konzentration des Marktes schreitet fort. Auch das sollten Unternehmen im Auge behalten, denn beim ­Hosting geht es, wie die Umfrage von DIGITAL BUSINESS zeigt, ebenfalls um die Sicherheit von Daten: Vertrauen ist immer gut, Kontrolle noch besser.

Frohes Schaffen wünscht

Susanne Vieser
Chefredakteurin  
DIGITAL BUSINESS
sv@win-verlag.de

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  • Design Thinking

 

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