Wie Europa an Smart Grids und dem Internet der Dinge arbeitet

Wie gehen die europäischen Länder bei der Entwicklung und Implementierung von Smart Grids vor? Welche Kooperationsmodelle haben sich in anderen Ländern zwischen der Energie- und Telekommunikationsbranche etabliert und wo liegen die Herausforderungen? Welche Anwendungen gibt es bereits für das Internet der Dinge im Energiesektor? Auf diese Fragen hat TÜV Rheinland jetzt konkrete Antworten.

Die Experten für Smart Grids präsentierten in Brüssel ihren Abschlussbericht zum EU-Forschungsprojekt ENERGISE. Über 80 Vertreter aus dem Energie- und Telekommunikationssektor sowie Politik und Forschung diskutierten in Brüssel bei der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien (DG Connect) der Europäischen Kommission die Projektergebnisse und unterstrichen die Bedeutung der Energise-Studie für die digitale Zukunft Europas. Das insgesamt 27-monatige Forschungsprojekt basiert auf Erhebungen in 28 europäischen Ländern. Damit ist es die breiteste Studie, die es bislang zum Thema Kommunikationsinfrastrukturen für Energieanwendungen gegeben hat.

Als Konsortialführer hat TÜV Rheinland gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) u.a. Kooperationsmodelle für die Entwicklung von Smart Grids analysiert. Auch die Vernetzung der relevanten Stakeholder und die Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses zu strategischen sowie technischen Anforderungen an Smart-Grid-Lösungen waren eines der zentralen Ziele von ENERGISE.

Decision-Making Toolkit für die Entwicklung von Smart Grids konzipiert

Im Rahmen des Projekts entwickelte TÜV Rheinland außerdem ein Instrument, das Akteure aus beiden Sektoren bei der Entscheidungsfindung rund um das Thema Smart Grids unterstützt: ein sogenanntes Decision-Making Toolkit. Dieses besteht im Kern aus einer Datenbank von 60 realen Fallstudien, die sektorübergreifend Projekte und Anwendungen aus dem Energie- und Telekommunikationsbereich vorstellen. Die Fallstudien, zusammengetragen aus 17 europäischen Ländern, beschreiben bestehende Kooperationsmodelle von Energie- und Telekommunikationsunternehmen, darunter die Zusammenarbeit bei der Einführung von intelligenten Stromzählern, den automatisierten Betrieb von Stromnetzen oder den Aufbau einer erweiterten Kommunikationsinfrastruktur für die Bereitstellung von neuen Dienstleistungen.

Andere Beispiele beleuchten die Möglichkeiten der gemeinsamen Nutzung von bestehender Kommunikationsinfrastruktur oder einer gemeinsamen Neuverlegung. Die Fallstudien sind nach Anwendungsfeldern und Kooperationstypen kategorisiert, um die Abfrage zu erleichtern. Die umfassende Datenbank steht allen Interessierten ab Ende April als Referenz für eigene Infrastrukturentscheidungen zur Verfügung. Alle weiteren Projektergebnisse wie Umfragen und Analysen sind über die Datenbank ebenfalls direkt abrufbar.

Hintergrund von Energise ist unter anderem die vom Europäischen Parlament beschlossene Richtlinie zur Reduzierung der Kosten beim Ausbau von Kommunikationsinfrastruktur. Durch diese und anderweitige Entwicklungen wie beispielsweise die flächendeckende Einführung intelligenter Stromzähler sowie der Elektromobilität, wird der Bedarf an Kommunikationsinfrastruktur im Energiesektor künftig stark steigen.

Unter http://project-energise.eu finden sich weitergehende Informationen zum Projekt ENERGISE, zum Entscheidungshilfewerkzeug und den Forschungsergebnissen im Einzelnen.

ENERGISE ist Teil des großen Forschungsprogramms, das von Brüssel in Auftrag gegeben wurde: Bis 2020 stehen für „Horizon“ fast als 80 Milliarden Euro zur Verfügung, mit der die Europäische Union die Entwicklung zur „Innovations-Union“ vorantreiben und die globale Wettbewerbsfähigkeit der EU – insbesondere im Bereich Forschung und Innovation – sichern will. Gleichrangige Ziele sind die Förderung des allgemeinen Wirtschaftswachstums und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Auch die Vergabe des ENERGISE-Projekts an TÜV Rheinland und WIK dient dem Ziel, die Innovation in der europäischen Wissensgesellschaft durch Vernetzung weiter zu fördern.

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