Von der Plattformgliederung zum Themen-Cluster

digitalbusiness CLOUD: Die CeBIT ist dieses Jahr noch stärker auf Business-Themen fokussiert. Welche Zielsetzung steckt dahinter? Welche Vorteile sehen Sie für Aussteller und Besucher?

Oliver Frese: Wir wollen mit dem klaren Profil und der Fokussierung auf 100 Prozent Business die Position der CeBIT als weltweite Nummer eins der IT-Messe weiter ausbauen. Wir schaffen damit eine neue Klarheit in der Orientierung für die Unternehmen, die sich auf der CeBIT präsentieren und auch für die Fachbesucher aus mehr als 100 Nationen. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir so die CeBIT für alle Beteiligten noch effizienter machen, höhere Kontaktraten erzielen und noch mehr Geschäftskontakte für die ausstellenden Unternehmen generieren können.

digitalbusiness CLOUD: Wie sieht die Strukturierung der CeBIT in diesem Jahr aus? Welche Schwerpunkte finden die Besucher wo?

Oliver Frese: Dieser Punkt war uns sehr wichtig. Wir haben uns von der Plattform-Gliederung verabschiedet und das Ganze in Themen-Cluster überführt. Die Plattformen schafften eine gewisse Ordnung, gaben aber keine ausreichende Orientierung. Deshalb haben wir 2014 folgende Themenbereiche: Digital Business Solutions, Enterprise Content Management, Enterprise Resource Planning & Data Analysis, IT Services, Web & Mobile Solutions, Research & Innovation, IT Infrastructure & Data Centers, Security sowie Communication & Networks. Die finden sich ebenso wie unsere so genannten Special Displays (Public Sector Parc, Planet Reseller, Devices & Accessories,  job and career at CeBIT und die Start-up-Initiative CODE_n) sehr übersichtlich in unserem Geländeplan wieder – unter www.cebit.de

digitalbusiness CLOUD: Welchen Stellenwert nehmen die CeBIT Clobal Conferences ein? Oder anders gefragt: Soll die CeBIT von einer Publikumsmesse zu einer Konferenzmesse werden?

Oliver Frese: Wissenstransfer ist auf der CeBIT von zentraler Bedeutung. Deshalb haben wir – in Absprache mit unseren Ausstellern – die CeBIT Global Conferences erheblich gestärkt. Sie kommen in eine eigene Messehalle – in die Halle 8 – und die Liste der Sprecher ist so hochkarätig wie noch nie: zum Beispiel Wikipedia-Gründer Jimmy Wales oder Apple-Mitbegründer Steve Wozniak. Insgesamt erwarten wir ein 70-Stunden-Programm mit 100 Sprechern auf drei Bühnen. Unser Ziel ist es, Messe und Konferenz, aber auch die vielen Fachvorträge in den Messehallen noch stärker miteinander zu verzahnen.

digitalbusiness CLOUD: Datability ist das Motto der diesjährigen CeBIT. Was verstehen Sie unter dem Begriff?

Oliver Frese: Wir rücken mit Datability die großen Chancen in den Mittelpunkt der allgemeinen Diskussion, die in Big Data steckt. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion ist es wichtig, dass das große Potenzial von den Anwenderunternehmen gesehen, erkannt und auch genutzt  werden. Denn in vielen Anwenderindustrien werden Big-Data-Anwendungen die Geschäftsmodelle erheblich beeinflussen, weiterentwickeln oder sogar revolutionieren, sei es im Energiesektor, im Gesundheitswesen, in der Logistik, der Automobilproduktion oder im Maschinenbau. Aber es gilt dabei, die Aspekte der Verantwortung und Nachhaltigkeit nicht außer Acht zu lassen. Deshalb die Wortschöpfung aus „Data“ und „ability“ – zu Datability, also der Fähigkeit, große Datenmengen verantwortungsvoll und nachhaltig zu nutzen.

digitalbusiness CLOUD: Wie wollen Sie so wichtige Themen wie Datensicherheit, Cloud oder Big Data wirksam vermitteln?

Oliver Frese. Gerade diese komplexen Themen sind die Stärke der CeBIT. In ihrer einzigartigen Kombination aus Unternehmen und Wirtschaft, Wissenschaft und Politik können nur auf der CeBIT diese Themen unter einem internationalen Blickwinkel diskutiert und weiterentwickelt werden. Die Inhalte der Diskussion werden dann über das Netz und über die Medien – jedes Jahr sind gut 5.000 Journalisten aus aller Welt in Hannover – sehr stark verbreitet.

digitalbusiness CLOUD: Herr Frese, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Die Fragen stellte Stefan Girschner. (ak)

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