Thin Computing reduziert Energiekosten

Mit weniger mehr erreichen:

Auf diesen einfachen, aber wirkungsvollen Nenner lassen sich viele Projekte bringen, die in den letzten Jahren in den Unternehmen zum Thema „IT und Energieeffizienz“ gestartet wurden. Einige waren erfolgreich, andere weniger. Was fehlt, ist eine ganzheitliche Betrachtung des gesamten IT-bezogenen Energieverbrauchs im Zusammenhang mit der Bereitstellung und dem Betrieb von Computerarbeitsplätzen in einem Unternehmen. Dann zeigt sich, wo der Hebel am wirksamsten angesetzt werden kann, um eine höhere Energieeffizienz zu erreichen.

Vielfältige Möglichkeiten bieten passgenaue Lösungen, die weniger Strom verbrauchen, eine lange Lebensdauer aufweisen und bei denen mehr Komponenten recycelt werden können und weniger entsorgt werden muss und die auf diese Weise allgemein akzeptierte Umweltstandards erfüllen. Nachhaltige Veränderungen im Sinne einer verbesserten und weiter gefassten unternehmensübergreifenden Energieeffizienz können nur durch einen integrierten Ansatz erzielt werden. Er berücksichtigt alle Glieder der Wertschöpfungskette: von der Produktkonzeption und -entwicklung über die Fertigungs- sowie Verpackungsstrategie und den energieoptimierten Einsatz in einem konkreten Rechenzentrum eines Unternehmens bis hin zum Recycling. Hier zählt der Beitrag jedes einzelnen Unternehmens.

Thin Clients sind energieeffizienter

Lösungen unter dem Oberbegriff „Cloud Client Computing“, wie sie unter anderem Dell anbietet, eröffnen vielfältige Möglichkeiten, eine höhere Energieeffizienz innerhalb der IT-Infrastruktur in Unternehmen zu erzielen. Grundlage ist die Client-Virtualisierung, bei der Anwendungen und Daten zentral ausgeführt und auf Client-Endgeräten bereitgestellt werden. Teil dieses Lösungsansatzes sind Cloud Clients von Dell, also eine Kombination aus Thin oder Zero Client, Software und Services, um sicherzustellen, dass die Arbeitsplatz-IT-Systemlandschaft die benötigte Performance, Sicherheit und Skalierbarkeit bei geringst möglichem Energieverbrauch gewährleistet. Verdeutlichen lässt sich dies beispielsweise durch einen Blick auf den Energiebedarf von Desktop-PCs und Thin Clients.

Der Energieverbrauch eines typischen Desktop-PCs kann stark schwanken, liegt aber Erfahrungswerten zufolge in einer Bandbreite zwischen 60 und 180 Watt. Das ist deutlich mehr als bei Thin Clients, die im Vergleich zu herkömmlichen Desktop-PCs keine beweglichen Teile wie Festplatten oder Lüfter haben. Diese schlanken Endgeräte stellen meist lediglich eine Benutzerschnittstelle bereit, Applikationen und Daten werden auf Servern im Datacenter gespeichert respektive ausgeführt. Ein Thin Client benötigt hingegen im Betrieb zwischen 6 und 18 Watt. Werden sukzessive technisch überholte und längst amortisierte Desktop-PCs durch Thin Clients ersetzt, lassen sich so in einem Unternehmensnetz mit Dutzenden oder gar Hunderten von Endgeräten an den Arbeitsplätzen beträchtliche Einsparungen erzielen.

Dell Wyse E class Zero Client

Doppelte Lebensdauer von Thin Clients

Ein weiterer bedeutender Unterschied ist die Lebens- beziehungsweise Nutzungsdauer, die beim Thin Client mehr als das Doppelte von der eines PCs betragen kann. Ein PC wird im Durchschnitt nach rund drei bis vier Jahren aufgrund von Fortschritten bei Computing-Geschwindigkeit, Speicherkapazität sowie Hard- und  Software-Funktionalität  ausgetauscht. Im Gegensatz dazu verliert ein Thin Client im gleichen Zeitraum seine Nutzbarkeit nicht, denn er verfügt weder über eine Festplatte, noch über lokale Applikationen. Durch den längeren produktiven Einsatz der Geräte sinken gleichzeitig die Total Cost of Ownership. Darüber hinaus führt das Vorhandensein beweglicher Teile beim PC zu deutlich höheren Ausfallraten. Laut Gartner liegt die durchschnittliche Zeit zwischen zwei Ausfällen beim Thin Client bei 175.000 Stunden, beim PC sind es etwa 25.000 Stunden. Aufgrund des dadurch geringeren Serviceaufkommens führt dies letztlich auch zu geringerem Energieverbrauch und CO2-Emissionen.

Wenn auf der Desktop-Seite, wo immer möglich, weniger „hochgerüstete Endgeräte“ zum Einsatz kommen, hat dies Folgen für den Bedarf an Serverkapazität. Die Frage ist daher berechtigt: Verlagert Thin Computing den Strombedarf nicht einfach ins Rechenzentrum? Richtig ist: Thin Clients erfordern mehr Serverleistung im Rechenzentrum – dort steigt also der Energiebedarf. Allerdings sind allen Erfahrungen aus der Praxis zufolge die Einsparungen auf der Arbeitsplatzseite größer als die Zunahme bei den Servern. Denn auch hier hat sich in Sachen Energieeffizienz in den letzten Jahren einiges getan. Gegenüber der Vorgängergeneration bieten beispielsweise aktuelle Dell-PowerEdge-Server der 12. Generation eine deutlich verbesserte Energieeffizienz. Aktuelle Systeme lassen sich dank „Fresh-Air“-Technologie selbst in oberen Temperaturbereichen äußerst energieeffizient betreiben, was zugleich die Energiekosten stark reduziert. Ausgereifte Virtualisierungstechnologien sorgen zudem für eine bessere Auslastung und reduzieren so die Zahl der erforderlichen Server.

Dell Wyse T class lässt sich wahlweise auch am Monitor montieren.

Vom Anfang bis zum Ende des Produktlebenszyklus

Wie wichtig eine ganzheitliche Betrachtung der Energieeffizienz ist, zeigt sich auch am Anfang und am Ende des Produktlebenszyklus. Bereits bei der Entwicklung und Herstellung von Arbeitsplatzsystemen werden die entscheidenden Weichen gestellt. Gemessen am Material- und Energieverbrauch schneiden Thin Clients allein schon deshalb günstiger ab, weil sie über weniger Bauteile und eine geringere Komplexität verfügen. Thin Clients sind im Durchschnitt 60 bis 70 Prozent leichter und kleiner als PCs. Dies beeinflusst direkt die Transporterfordernisse. Aufgrund ihrer Größe können mehr Geräte pro Container verbracht werden, was auch die Transportkosten und den CO2-Ausstoß verringert. Kleinere Geräte bedeuten auch weniger Verpackungsmaterial, Rohstoffe und Energieeinsatz und schließlich weniger Abfall, den es zu entsorgen gilt. Für Unternehmen, die eine energieeffiziente und eine weniger umweltschädliche IT-Infrastruktur aufbauen wollen, ist die Konformität mit unterschiedlichen Umweltstandards ein wichtiger Orientierungspunkt. Produkte, die neuesten Umweltanforderungen genügen, sind energieeffizienter, was ebenfalls zu einer Kosteneinsparung führt.

Richtige Client-Strategie anwenden

Es lohnt sich allemal, neben den rechenzentrumsrelevanten Aspekten auch die Client-Strategie im Blick auf die Energieeffizienz zu beleuchten. Je größer ein Unternehmen – und das gilt auch für den gehobenen Mittelstand sowie viele Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung – umso größer der positive Effekt. Cloud Client Computing als Oberbegriff für verschiedene virtualisierte Desktop-Bereitstellungsmodelle inklusive aller Hardware-, Software- und Service-Komponenten für den Betrieb von Thin und Zero Clients bringt Anwendern spürbare Kostenvorteile und schont die Umwelt. Die gute Energieeffizienz und der limitierte Einfluss auf die Umwelt bieten viele Gründe für den Einsatz von Thin und Zero Clients. Der geringere Energieverbrauch im Vergleich zu Desktop-PCs ist dabei nur ein Teil der ganzheitlichen Betrachtung, die unter anderem auch die Fertigung und künftige Entsorgung nicht völlig außer Acht lassen sollte. (sg)

Autor: Hagen Dommershausen ist Marketing Senior Manager, Dell Cloud Client Computing bei Dell.

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