Studie: Kaufmännische Daten sind Erfolgsfaktor für KMUs

Kaufmännische Daten tragen in kleinen und mittelständischen Unternehmen erheblich zum geschäftlichen Erfolg bei. Dieser Ansicht sind 95 Prozent der befragen Unternehmen laut einer Studie der Universität Bamberg, die im Auftrag der DATEV erstellt wurde. Die Studie wurde zeitgleich zum 50-jährigem Bestehen der DATEV vorgestellt. Die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ist mit 86 Prozent das meistgenutzte Instrument zur standardisierten Auswertung der Daten.

Auch der Digitalisierungsgrad in Bezug auf die möglichst medienbruchfreie Erfassung und Weiterverarbeitung der Daten ist für Unternehmen sehr wichtig: 91 Prozent der befragten Unternehmen bestätigte, dass dieser Prozess teilweise oder vollständig digitalisiert ist. Bei der Aufbereitung kaufmännischer Daten spielen die Steuerberater als wichtigste externe Partner eine maßgebliche Rolle. Grundlage ihrer starken Position ist die traditionell überlieferte Verantwortung für die Buchführung, die als Schlüssel zu wesentlichen Unternehmenskennzahlen dient. Diese bilden die Basis für weitergehende Beratungsleistungen und Angebote zur Digitalisierung kaufmännischer Abläufe.

Kaufmännische Daten tragen in kleinen und mittelständischen Unternehmen erheblich zum geschäftlichen Erfolg.

"Der Blick auf die innerbetriebliche Praxis zeigt, dass kaufmännische Daten sehr vielseitig genutzt werden. Einen so hohen Beitrag zum Unternehmenserfolg haben bislang weder die Unternehmen noch die Erfolgsfaktorenforschung den nüchternen Zahlen beigemessen", erklärt der wissenschaftliche Leiter der Studie, Professor Dr. Thomas Egner vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebliche Steuerlehre an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Kennzahlen: die wesentliche Grundlage von Entscheidungen

Ziel der Studie war es, die Rolle der kaufmännischen Daten in verschiedenen betrieblichen Funktionsbereichen transparenter zu machen: In welchem Maße diesen Daten in den meisten Bereichen eine Relevanz zugemessen wird, ist unabhängig von Unternehmensgröße und Branche. Hohe und sehr hohe Bedeutung haben kaufmännische Daten demnach insbesondere im Kundenmanagement (91 Prozent der Unternehmen) und im Finanzwesen (84 Prozent der Unternehmen), aber auch Controlling, Personalwirtschaft und Rechnungswesen werden jeweils von mehr als 75 Prozent der Unternehmen genannt.

Als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen sind standardisierte Auswertungen und Kennzahlen üblich. Neben der BWA (86 Prozent) werden als weitere Instrumente zur Aufbereitung und Darstellung der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen auch Soll-Ist-Vergleiche (82 Prozent), Liquiditätskennzahlen (74 Prozent), Deckungsbeitrag (70 Prozent) und Cashflow (66 Prozent) genannt. Die Befragten erwarten davon vor allem eine bessere Kontrolle (74 Prozent), Planung (72 Prozent) und Steuerung (70 Prozent).

Digitalisierung kaufmännischer Prozesse immer wichtiger

In der überwiegenden Zahl mittelständischer Unternehmen werden die Vorzüge der Digitalisierung kaufmännischer Abläufe geschätzt. Als wichtigste positive Veränderungen werden der vereinfachte Datenzugriff (81 Prozent), zusätzliche Auswertungsmöglichkeiten (77 Prozent) und eine verbesserte Aktualität der Daten (71 Prozent) genannt. In allen Unternehmensbereichen erfolgt die Aufbereitung der Daten in hohem Maße digital. Besonders im Rechnungswesen (95 Prozent), bei der Steuerdeklaration (94 Prozent) und in der Kooperation mit Sozialversicherungsträgern (93 Prozent) wird eine vollständige oder teilweise Digitalisierung der Datenaufbereitung angegeben. Größere und kleinere Unternehmen sind dabei gleichermaßen von der Digitalisierung erfasst. Rund 81 Prozent der Unternehmen verwendet dazu professionelle kaufmännische Softwarelösungen. Bei 52 Prozent greifen die betrieblichen Prozesse bereits auf einen zentralen Datenpool zu, weitere rund 25 Prozent wünscht sich eine solche.

Steuerberater als Partner und Impulsgeber der Unternehmen

Die Governance für die Digitalisierung der Aufbereitung wie auch für die Standardisierung der Auswertung kaufmännischer Zahlen wird von den Unternehmen selbst ausgeübt. Bei der Entscheidung über die Digitalisierung der betriebswirtschaftlichen Prozesse wird in 78 Prozent der Fälle der Geschäftsleitung eine maßgebliche Rolle zugesprochen, bei den Standards sind es sogar 85 Prozent. Diese Werte spiegeln vor allem die Rolle der Geschäftsleitung als Entscheidungsinstanz wider. Die fachliche Vorbereitung der Digitalisierung wird von weiteren Stellen wie den Steuerberatern (16 Prozent), unternehmensinternen Abteilungen (19 Prozent) und sonstigen externen Beratern (6 Prozent) vorbereitet.

Befragt wurden für die Studie 500 mittelständische Unternehmen mit bis 499 Mitarbeitern über die Rolle kaufmännischer Daten in wichtigen betrieblichen Bereichen. Unter kaufmännischen Daten wurden dabei alle unternehmens- und unternehmensumweltbezogenen Daten mit Relevanz für das Unternehmensgeschehen verstanden. Die Befragung wurde vom Marktforschungsinstitut mindline GmbH durchgeführt.

Datev feiert 50-jähriges Bestehen

Mit rund 700 Ehrengästen hat die DATEV eG am 15. Februar den 50. Jahrestag ihres Bestehens gefeiert. Unter den Festgästen im Nürnberger Opernhaus waren neben dem Bayerischen Staatsminister für Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat Dr. Markus Söder, dem Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Dr. Ulrich Maly sowie dem Präsidenten der Bundessteuerberaterkammer Dr. Raoul Riedlinger weitere Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Auch Dr. Heinz Sebiger (92), der Gründer und Ehrenvorstandsvorsitzende der DATEV, war bei dem Festakt anwesend.

Seit ihrer Gründung ist die Genossenschaft ein wichtiger Pionier der Digitalisierung betriebswirtschaftlicher Abläufe und gemeinsam mit den mitgliedsfähigen Berufsständen der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte ein wichtiger Partner der mittelständischen Wirtschaft wie auch der Finanzverwaltung in Deutschland.

Festakt im Nürnberger Opernhaus: Prof. Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender DATEV eG, spricht zu den rund 700 Gästen.


Festakt im Nürnberger Opernhaus: Prof. Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender DATEV eG, spricht zu den rund 700 geladenen Gästen.

"Die IT ist aus der Steuerverwaltung ebenso wenig wegzudenken wie aus Unternehmen und Beraterschaft", sagte der Bayerische Staatsminister Dr. Markus Söder. "Bereits vor 50 Jahren hat der Gründer und heutige Ehrenpräsident der Steuerberaterkammer Nürnberg, Dr. Heinz Sebiger, die Bedeutung der Datenverarbeitung erkannt und angepackt. Die DATEV als viertgrößtes Softwarehaus in Deutschland ist seither ein zuverlässiger und unerlässlicher Partner der Finanzverwaltung im modernen Steuervollzug: Gerade digitale Projekte wie die elektronische Steuererklärung oder die E-Bilanz sind ohne diese Zusammenarbeit nicht denkbar", so Söder.

Entstanden aus einer Notlage

Anlass für die Gründung des genossenschaftlichen Unternehmens DATEV war eine Notlage: Mitte der 1960er Jahre standen Unternehmen und folglich Kanzleien der Steuerberater vor einer Flut arbeitsintensiver Buchhaltungsaufträge, hatten aber auf einem leergefegten Arbeitsmarkt Probleme, die erforderlichen Fachkräfte zu finden. Die elektronische Datenverarbeitung versprach eine Lösung, die jedoch viel zu teuer war.

"Was die Möglichkeiten der einzelnen Kanzleien überstieg, konnten aber viele gemeinsam schaffen: So schlossen sich 65 Steuerbevollmächtigte aus dem Kammerbezirk Nürnberg am 14. Februar 1966 zu einer Genossenschaft zusammen, um die neuen Möglichkeiten der EDV nutzen zu können. Dies war die Geburtsstunde der DATEV“, so der Vorstandvorsitzende Prof. Dieter Kempf. Heute zählt die Genossenschaft über 40.300 Mitglieder, aus zunächst fünf Mitarbeitern sind mittlerweile knapp 7.000 Mitarbeiter geworden, und der Umsatz ist von 1,2 Millionen DM im ersten Geschäftsjahr auf 843,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2014 gewachsen.

Den Erfolgs der Mitglieder fördern

Aufgabe der DATEV war es von Anfang an, als IT-Pionier ein wichtiger Wegbereiter für den steuerberatenden Berufsstand zu sein. Handlungsmaxime ist die Förderung des Erfolgs ihrer Mitglieder, also der Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer. "Wir sind erfolgreich, wenn die Mitglieder erfolgreich sind", wie es Firmengründers Dr. Heinz Sebiger formulierte. Das Portfolio der DATEV ist darauf ausgerichtet, die Beratungs- und Leistungsangebote der Mitglieder gegenüber ihren Mandanten zu unterstützen.

Im Zentrum steht dabei die Erfassung, Bereitstellung und Verarbeitung kaufmännischer Daten. "Zeitgemäße EDV-Lösungen spielen gerade vor dem Hintergrund des laufenden Gesetzgebungsverfahrens zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens eine wichtige Rolle", erklärte Dr. Raoul Riedlinger, Präsident der Bundessteuerberaterkammer und fügte hinzu: "Der Berufsstand muss sich hier auf vorausschauende Dienstleister verlassen können, die ein leistungsstarkes EDV-Umfeld schaffen können."

Dr. Robert Mayr, der am  1. April 2016 das Amt des DATEV-Vorstandsvorsitzenden von Prof. Dieter Kempf übernehmen wird, blickte in die Zukunft des Unternehmens: "Die beeindruckende Erfolgsgeschichte, auf die wir heute zurückblicken, ist für uns natürlich auch Ansporn und Inspiration für die Zukunft. Die DATEV war und ist einer der Treiber für die Digitalisierung der betriebswirtschaftlichen Prozesse sowohl bei ihren Mitgliedern als auch bei den mittelständischen Unternehmen." (sg)

  • Die Teilnehmer der Pressekonferenz am 15. Februar: Prof. Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender DATEV eG, Dr. Raoul Riedlinger, BStBK-Präsident, Dr. Markus Söder, Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für
  • Beim Festakt anwesend war auch Dr. Heinz Sebiger, Ehrenvorstandsvorsitzender DATEV eG.
  • Protagonisten des Festakts: Prof. Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender DATEV eG, Dr. RaoulRiedlinger, BStBK-Präsident, Dr. Heinz Sebiger, Ehrenvorstandsvorsitzender DATEV eG, Dr. Robert Mayr, stellv. Vorstandsvorsitzender DATEV eG und Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister Stadt Nürnberg (v.l.n.r.).
  • Festakt im Nürnberger Opernhaus: Prof. Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender DATEV eG, spricht zu den rund 700 Gästen.
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