Rittal liefert neues Rechenzentrum an FH Münster

Die im westfälischen Münster angesiedelte Fachhochschule Münster entstand 1971 und gehört heute mit mehr als 10.000 Studierenden und rund 65 Studiengängen zu den größten Fachhochschulen Deutschlands. Der Anspruch der Westfalen ist es, erste Adresse in Bildung und Forschung für die Praxis zu sein. Um diesen Qualitätsanspruch in allen Belangen auch weiterhin gerecht zu werden, braucht es die passende Infrastruktur. Zwar verfügte bereits der Campus im Standort Steinfurt seit 2008 über ein Rechenzentrum von Rittal, allerdings gab es in den verschiedenen Gebäuden der Fachhochschule in Münster jeweils eigene dezentrale Serverräume mit teilweise veralteten, ineffizienten Klimageräten.

Energieeffizienz, Virtualisierung, Hochverfügbarkeit und die einfache Verwaltung der Infrastruktur waren die Maßgaben für das neue Rechenzentrum der Fachhochschule Münster. Markus Wiechers und Heinz Schlattmann von der Datenverarbeitungszentrale sind vom Ergebnis überzeugt.

„Jeder Serverdienst wurde mit einer eigenen Hardware bereitgestellt“, erinnert sich Dipl.-Ing. Heinz Schlattmann, Leiter der Datenverarbeitungszentrale (DVZ) an der Fachhochschule Münster. „Die unübersichtliche Verkabelung für Datentransfer und Strom sowie nachgerüstete Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) innerhalb des Datenschranks erschwerten die Administration zusätzlich. Es gab kein einheitliches Management- oder Alarmierungssystem, keinen ausreichenden Brandschutz und keine einheitlichen Tier-Level.“ Bei Tier 1 muss das Rechenzentrum zu 99,671 Prozent verfügbar sein, bei Tier 4 sind 99,995 Prozent beziehungsweise 24 Minuten Ausfallzeit im Jahr zugelassen. 

Anforderungen auf höchstem Niveau

Daher musste ein neues Rechenzentrum her, um die Effizienz für das Management am Münsteraner Standort zu erhöhen und beide Niederlassungen auf einen einheitlichen Stand zu bringen. Gleichzeitig war ein niedrigerer Energieverbrauch durch das Konsolidieren der Systeme in einem zentralen Serverraum geplant. Mit dem bereits bestehenden Rechenzentrum gleicher Bauart am rund 30 Kilometer entfernten Standort Steinfurt sollte zudem eine redundante Infrastruktur realisiert werden. Weitere Anforderungen waren das Einhalten der Datenschutzrichtlinien zur Sicherheit des Rechenzentrums: Niemand außer den Administratoren sollte physischen Zugang zu den Daten haben. Eine höhere Verfügbarkeit und Skalierbarkeit waren ebenfalls gefordert. Zudem standen die Sicherheit der IT-Systeme, eine zukunftsfähige IT-Infrastruktur und optimierter Service für Studierende und Mitarbeiter auf der Agenda. Geringere Kosten durch zentrale Administration, ein umfassendes Klimakonzept und die Nutzung von Abwärme durch Rückgewinnung galt es ebenfalls zu realisieren.

Systemlösung RiMatrix

Da die Leistung einer modernen IT-Infrastruktur auch wesentlich vom reibungslosen Zusammenspiel der einzelnen Komponenten abhängt, griff die Fachhochschule auf die Systemlösung RiMatrix von Rittal zurück. Mit den RiMatrix-Server-Racks verfügt die Fachhochschule über eine Systemplattform, in der die Klima-, Energie- und Sicherheitslösungen perfekt aufeinander abgestimmt und die gegebenen Platzverhältnisse optimiert sind. Dadurch wird die Performance deutlich erhöht und die Fixkosten sinken nachhaltig. Bei den Investitionen konnte das Nordrhein-Westfälische Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung auf Mittel aus dem Konjunkturpaket II zurückgreifen. „Rittal konnte eine einheitliche Rechenzentrumslösung mit effizienter Klimatisierungstechnologie aus einer Hand bieten“, erklärt Heinz Schlattmann. „Zudem fiel die Entscheidung aufgrund des zentralen Managements beider Rechenzentren über das Tool RiZone sowie der Modularität und Skalierbarkeit der Rittal-Lösung.“

Die Kaltgangeinhausung trägt dazu bei, dass die kühle Luft auch dort ankommt, wo wie hin soll, direkt vor den Servern.

Das Projekt umfasste zusätzlich den Aufbau der neuen Technikräume inklusive Entkernung und Sanierung der Mauern, Rohrleitungen und Trassenführungen. Eine Brandlöschanlage mit Anbindung an die Gebäudeleittechnik, die Elektroinstallation mit Notstromkonzept sowie die Lichtwellenleiter- und Twisted-Pair-Verkabelung wurden ebenfalls neu konzipiert. Wegen der Vielzahl verschiedener Anforderungen – vom Brandschutzkonzept über Netzstruktur, Luftführung und Serverschrank-Aufteilung bis zur Zugangskontrolle – fanden alle Beteiligten durch intensive Zusammenarbeit optimale Lösungen.

Hörsäle mit warmer Abluft heizen

„Eine besondere Rolle im neuen Konzept spielte die effiziente Klimatisierung“, ergänzt Markus Wiechers, Leiter der Arbeitsgruppe Arbeitsplatzsysteme, Pools, IT-Support für Studierende in der DVZ der Fachhochschule. „Unsere Anlage verfügt nun über eine redundante Freiluftkühlung und Wärmerückgewinnung.“ Freikühlung bedeutet dabei, dass die Klimatisierung mit Hilfe der kühlen Außenluft erfolgt und erst ab einer Außentemperatur von mehr als 13 Grad Celsius Energie für Kompressoren zur Kälteerzeugung aufzuwenden ist. Bei der Wärmerückgewinnung wird den Hörsälen konstant Luft mit etwa 19 Grad Celsius aus dem Heizwerk zugeführt, die ein Nebeneffekt der Kompressoren sind. Die Anlage klimatisiert jetzt 18 Schränke in Münster. Die Kaltgang-Einhausung gibt die von der Klimatisierung erzeugte Kaltluft nicht pauschal an den Raum, sondern gezielt an die zu kühlenden Server ab. Dies erhöht nicht nur die Sicherheit der Systeme, sondern verhindert auch, dass sich warme und kalte Luft vermischen. Zudem entsteht dadurch mehr Platz für die interne Verkabelung sowie die Verrohrung der insgesamt sechs Rittal-LCP-Inline-Kühlsysteme.

Basis für eine kosteneffiziente IT-Infrastruktur

Das neue Rechenzentrum bietet zahlreiche weitere Vorteile. „Wir verfügen nun über eine hochverfügbare Serverstruktur unter Einbeziehung beider Hauptstandorte der Hochschule“, stellt Markus Wiechers heraus. „Wir konnten ein umfassendes Server-Storage-Backup-System installieren. Zudem haben wir die Serverplattform virtualisiert, um die Effizienz und Leistungsfähigkeit der zentralen sowie dezentralen Serverdienste zu erhöhen. Auch sämtliche weitere Anforderungen wie Energieeffizienz, einfaches Management und Senkung der laufenden Kosten konnte die neue Lösung erfüllen.“ Damit hat die Fachhochschule Münster die Basis für eine kosteneffiziente IT-Infrastruktur geschaffen, die flexibel erweiterbar und damit auch für die Zukunft gerüstet ist. Die Administratoren können nicht zuletzt durch übersichtliche Serverraumgestaltung an beiden Standorten ihre Aufgaben effizient erledigen.

In Zukunft werden die restlichen dezentralen Server und Serverräume in den beiden redundanten Rechenzentren konsolidiert. Zudem ist die zentrale Überwachung beider Data Center und der darin befindlichen Mess-Sensoren auf einer Oberfläche mit Unterstützung der Rittal-Infrastruktur-Management-Software RiZone geplant. „Mit der umfassenden Rechenzentrumslösung von Rittal verfügen wir nun über eine energieeffiziente, einheitliche, hochverfügbare und einfach zu verwaltende Infrastruktur“, resümiert Heinz Schlattmann. „Damit können wir den hohen Qualitätsanspruch unserer Fachhochschule auch weiterhin erfüllen sowie unseren Studierenden und Angestellten schnelle, effiziente Dienste bieten.“

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