Portalplattformen im Wettbewerb: WebSphere, SharePoint oder Intrexx?

Der Kampf um die führende Prozess- und Portalplattform geht in eine neue Runde. Geht es nach dem Marktforscher Gartner, liegen IBM und Microsoft momentan vorne. Damit will sich der deutsche Portalspezialist United Planet allerdings nicht abfinden und holt ERP-Hersteller mit OEM-Partnerschaften ins Boot.

Die mangelnde Flexibilität von ERP-Systemen hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass zahlreiche Unternehmen zusätzliche Anwendungen in ihre IT-Landschaft integriert haben. Häufig findet sich deshalb heute in den Unternehmen ein Wildwuchs an unterschiedlichsten Anwendungen. Nun gilt es, diese Anwendungen besser zu integrieren, in die alltäglichen Prozesse der Unternehmen einzubinden und den Mitarbeitern im Rahmen eines Gesamtkonzeptes über eine einheitliche Oberfläche verfügbar zu machen.

Immer mehr Unternehmen setzen dazu auf eine flexible Prozess- und Portalplattform. Seitdem Portalsoftware auch über umfangreiche Funktionalitäten in der Prozessautomation verfügt, ist sie auf dem Weg dahin, eine bisher ungeahnte Dominanz in den Unternehmen zu übernehmen. Doch welche Plattform ist die richtige? IBM WebSphere, SAP NetWeaver, Microsoft SharePoint oder der David unter den Goliaths, United Planets Intrexx? Alle vier buhlen schon seit vielen Jahren um die Gunst der Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen.

Vor kurzem überraschte SAP allerdings mit einer klaren Produktabsage: "Das Thema Collaboration ist strategisch nicht mehr relevant und wird dementsprechend technologisch nur noch eingeschränkt weitergeführt", zitiert das Magazin "Blaupause" die Unternehmensleitung. Geht es nach SAP, sollen sich die Kunden nun auf die Hersteller IBM oder Microsoft aufteilen. Für die Top 500 Unternehmen sicherlich ein sinnvoller Tipp, doch in wen sollen die zigtausend mittelständischen Unternehmen investieren? IBM ist mit WebSphere in diesem Kundensegment aufgrund der sehr hohen Komplexität bei der Implementierung ohnehin eher nur noch selten vertreten.

Alles deutet somit auf einen "Zweikampf" hin zwischen MS SharePoint und der im deutschsprachigen Raum dominanten Portalsoftware Intrexx von United Planet. Was United Planet hierbei zugute kommt, ist die Erfahrung im Umgang mit den Anforderungen der kleineren Unternehmen. Erfahrung, die Firmengründer Axel Wessendorf von Beginn an in das Unternehmen eingebracht hat - machte er doch seinerzeit den von ihm ebenfalls gegründeten Finanzsoftware-Hersteller Lexware zu einem der kundenstärksten Häuser im KMU-Segment. Hinzu kommt, dass Intrexx als Standardsoftware über vielseitige Werkzeuge verfügt, um leistungsstarke Enterprise Portale aufzubauen.

Mit Intrexx lassen sich eigene Webapplikationen entwickeln, Daten aus beliebigen anderen Systemen direkt oder per Web Service integrieren und Abläufe automatisieren. Die Abgrenzung zu SharePoint liegt zum einen in der höheren Geschwindigkeit, mit der sich Portale aufbauen lassen. Zum anderen in der Kostenfrage: Kalkuliert Microsoft offiziell für Aufbau und Wartung eines Portals pro 1 Euro Lizenzkosten mit 6 bis 9 Euro Dienstleistungskosten, so liegt dieser Faktor bei Intrexx lediglich bei 1,5 bis 3 - die Kosten für Schulungen bereits eingerechnet.

Im Kampf um die Plattformvorherrschaft setzen beide Wettbewerber auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Softwareherstellern - allen voran mit den ERP-Herstellern. Ein Vorteil für United Planet ist hierbei nach eigenen Angaben, dass das Unternehmen keine eigene ERP-Software entwickelt: "Als Nicht-ERP-Hersteller stellen wir keine Konkurrenz für unsere Partner dar. Microsoft ist dagegen mit seinen weltweit 100.000 Installationen von Dynamics AX und NAV als ERP-Weltmarktführer natürlich fast so etwas wie der Raubfisch im eigenen Karpfenteich", so Axel Wessendorf, Geschäftsführer von United Planet.

Info: http://www.ibm.de/ und www www.unitedplanet.com/de/partner/oem und http://www.microsoft.de/

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