Nationaler IT-Gipfel – von Big Data zu Smart Data

Gestern ist in Berlin der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ausgerichtete nationale IT-Gipfel zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Digitale Zukunft gestalten – innovativ_sicher_leistungsstark“ diskutierten Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, wie sich der digitale Wandel in der Bundesrepublik meistern und gestalten lässt.

„Das Thema Digitalisierung stand in Berlin ganz besonders im Fokus “, sagt Professor Michael Beigl, Leiter des Lehrstuhles für Pervasive Computing Systems am KIT und Sprecher das Smart Data Innovation Lab (SDIL). „Und in diesem Zusammenhang ist das Schlagwort Big Data bereits seit längerer Zeit in aller Munde. Es beschreibt die wohl größte Herausforderung der digitalen Zukunft. Wie sollen wir mit den immer größeren Datenmengen umgehen, die etwa in der Industrie oder in der Medizin anfallen? Wie schaffen wir es, aus den Unmengen von Big Data die wertvollen Inhalte herauszufiltern und ‚smart‘ – also nutzbar zu machen? Die für diese Analyseleistung nötigen Methoden und Infrastrukturen erforschen und entwickeln wir im Smart Data Innovation Lab.“

Smart Data Innovation Lab

Das SDIL in Karlsruhe ist eines der führenden Big-Data-Zentren Deutschlands. Es vereint nationale Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft, die gemeinsam an den Herausforderungen von Big Data arbeiten. Das SDIL besteht aus themenorientierten Arbeitsgruppen, den sogenannten Data Innovation Communities (DIC) sowie der Smart-Data-Innovation-Lab-Plattform. So entsteht in den zukunftsträchtigen Themengebieten Industrie 4.0, Energie, Smart Cities und Medizin ein reger Austausch zwischen hochrangigen Firmenpartnern und Partnern aus der Forschung.

Das Potenzial von Smart Data in den vier thematischen Schwerpunkten des SDIL ist enorm. Durch effektive Big-Data-Analysen lassen sich vom Design über Fertigung und Lagerung bis hin zum Service sämtliche Prozesse in der Industrie 4.0 verbessern. Im Bereich Energie sind präzisere Verbrauchsprognosen möglich, mit denen Versorger den Einkauf von Energie genauer als bisher steuern können. Durch Echtzeitanalyse von Verkehrsdaten können in der „Smart City“ Staus und Gefahren im Straßenverkehr frühzeitig erkannt und Verkehrsaufkommen, Emissionen und Fahrzeiten signifikant gesenkt werden. Und in der modernen Medizin liefert die Analyse von Terabytes an klinischen, molekularen und medikamentösen Daten in Echtzeit effektive Behandlungsoptionen für jeden einzelnen Patienten.

Den Stellenwert der Forschung im SDIL hat auch die Bundesregierung in der deutsch-französischen Regierungserklärung erkannt und festgehalten.

Das Smart Data Innovation Lab im Web: http://www.informatik.kit.edu/5088_7775.php

  • Unter dem Motto „Digitale Zukunft gestalten – innovativ_sicher_leistungsstark“ diskutierten Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft auf dem IT-Gipfel in Berlin, wie sich der digitale Wandel in der Bundesrepublik meistern und gestalten lässt. Bild: Thomas Riegler/pixelio.de
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