Live von der CeBIT: Fujitsu erhält Intel Innovation Award

Fujitsu hat auf der CeBIT 2014 den Intel Innovation Award für sein neues Konzept im Bereich der Rechenzentrumstechnik erhalten. Die Preisverleihung fand heute um 10 Uhr bei Fujitsu, Halle 7, Stand A28 statt. Der Preis wurde von Jens-Peter Seick, Senior Vice President der Product Development Group von Fujitsu, entgegengenommen.

Fujitsu erhält den renommierten Preis für eine Technologie, die das Rechenzentrum der Zukunft prägen wird: die Hochgeschwindigkeitstechnologie „Silicon Photonics", deren Produktivierung Fujitsu zusammen mit Intel entwickelt hat. Die Silizium-basierte Photonik beseitigt in Verbindung mit Lichtwellenleitern Einschränkungen beim Design von Rechenzentren und eliminiert Leistungsengpässe in Rechenzentren, die durch die enge Kopplung von Server-Systemen und Storage-Ressourcen über ein konventionelles Netzwerk entstehen. Mit Hilfe von „Silicon Photonics“ ist es möglich, Server-Prozessoren, Storage-Arrays und Netzwerkkomponenten über Lichtwellenleiter miteinander zu koppeln, die eine Übertragungsrate von bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde ermöglichen.

Die Entfernung zwischen allen Komponenten kann bis zu 300 Meter betragen. Dadurch können zum Beispiel wärmeerzeugende Komponenten wie die Recheneinheiten von Servern sowie passive Speichersysteme, die wenig Kühlung erfordern, in getrennten Räumen eines Rechenzentrums untergebracht werden. In Rechenzentren, in denen die Klimatisierung oft die Hälfte des Stromverbrauches ausmacht, lässt sich durch die Auslagerung von heißen Komponenten der Kühlprozess optimieren. Das wiederum senkt die Kosten und schont zudem die Umwelt. Darüber hinaus ist es dank „Silicon Photonics“ einfacher, neue Server-Knoten oder Storage-Systeme an einen Server anzubinden. Sie werden in externe Boxen ausgelagert und über Lichtwellenleiter an das Server-System angekoppelt.

Langfristig ermöglicht diese Technologie ein neues Aufbaukonzept für Server in Rechenzentren. Im Grunde können nun die Hauptprozessoren (Core Processing Units, CPU, Rechenleistung), die RAM-Streifen (Memory) und die PCIe-Karten (Input/Output) in getrennten Racks oder Gehäusen untergebracht werden. Mit einer dynamischen Zuordnung von Hauptprozessoren, Speicher und Input/Output wird damit ein „Server nach Bedarf“ konfiguriert und bereitgestellt. Dieses „disaggregated System“ ist damit ein echter Software Defined Server. Vorteile dieses Aufbaus sind neben der vollen Flexibilität bei der Nutzung aller vorhandenen Ressourcen auch die Kombinierbarkeit mehrerer verschiedener Hauptprozessoren, Memory oder Input/Output-Typen, die sich in Alter und Leistungsfähigkeit unterscheiden. Dem Administrator wird damit ermöglicht, verschiedene Typen an Servern zu definieren, die verschiedene Service Level Agreements (SLA) erfüllen. „Silicon Photonics“ ist die grundlegende Technologie, die benötigt wird, um eine solche Server-Architektur zu ermöglichen. Fujitsu zeigt hier schon heute, gemeinsam mit Intel, wie die Zukunft von Servern in Rechenzentren aussehen kann.

Im November 2013 zeigte Fujitsu auf dem Fujitsu Forum den weltweit ersten Server auf Basis von Intel Optical PCIe Express und der „Silicon Photonics“-Technologie. Dabei handelte es sich um einen Machbarkeitsnachweis mit zwei Server-Systemen der Reihe Fujitsu PRIMERGY RX200. Die Server waren über Lichtwellenleiter mit einem externen System (PCI Expansion Box) verbunden, das Solid State Drives (SSDs) als Speichermedien und mehrere Coprozessoren enthielt. Dadurch ist es möglich, die Storage-Kapazitäten des Servers auf einfache Weise zu erhöhen. Zudem können die PRIMERGY RX200 auf die Rechenleistung der Xeon-Coprozessoren zurückgreifen und damit die Server-Leistung nochmals steigern.

 

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