Krise drückt auf Zahlungsmoral deutscher Unternehmen

Die Schuldenkrise kommt jetzt auch bei den Unternehmen an. So drückten die anhaltenden Probleme vieler Eurozonen-Staaten im August auf die Zahlungsmoral deutscher Firmen. Der im Auftrag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erstellte D&B-Zahlungsindex fiel im August stark, nachdem er zuvor 26 Monate in Folge gestiegen war. "Die Unsicherheit an den Finanzmärkten, die Furcht vor einem erneuten Einbruch der Weltwirtschaft und die weiterhin undurchsichtige Situation der Schuldenstaaten wie Griechenland erfassen nun auch die Realwirtschaft in Deutschland", sagte D&B-Geschäftsführer Thomas Dold am Mittwoch in Darmstadt.

Auch bisher vergleichsweise gut dastehende Staaten wie Deutschland haben schwierige Aufgaben wie Schuldenabbau, Aufgabenkürzungen, Steuerreform vor der Brust. "Die Auswirkungen sind trotz der aktuell noch guten Konjunkturlage nur schwer absehbar", sagte Dold. "Deshalb achten Unternehmen wieder verstärkt auf ihre Ausgaben und ihre Liquidität." Um ihre liquiden Mittel zu schonen, setzten die Unternehmen nun wieder stärker auf Lieferantenkredite, wie der Zahlungsindex zeigt. "Sie zögern die Bezahlungen ihrer Verbindlichkeiten um eine paar Tage mehr hinaus."

Der D&B-Zahlungsindex fiel im August auf 86,39 (Juli 87,52) Punkte. Angesichts des weiter hohen Niveaus bei der Zahlungsmoral warnte Dold allerdings vor Panik: "Die Lage ist nicht dramatisch. Immerhin verzeichnete der D&B-Zahlungsindex im Juli den höchsten Stand seit Beginn seiner Berechnung im Januar 2009." Die Situation sei daher immer noch komfortabel – zumal der Index noch rund 8 Prozentpunkte über seinem Tief aus dem Mai 2009 liegt. "Doch der deutliche Rückgang im August mahnt zur Vorsicht." Im August beglichen rund 53.000 Unternehmen weniger ihre Rechnungen pünktlich – immerhin zahlen noch etwas mehr als vier Millionen Unternehmen nach wie vor innerhalb der Zahlungsfrist.

 

 

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