IT-Trends 2016: Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge und Online-Updates

Der IT-Security-Lösungsanbieter AVG prognostiziert die wichtigsten Security-Trends für 2016. Demnach werden insbesondere Online-Unternehmen zum Handeln zwingen und zudem auch direkte Auswirkungen auf Verbraucher haben. Die Experten bei AVG gehen davon aus, dass sich durch künstliche Intelligenz die Online-Sicherheit erhöhen lässt. Aber auch die Gefahren im Internet der Dinge (IoT) werden immer größer, je stärker diese Branche wächst.

1. Mehr Online-Sicherheit dank künstlicher Intelligenz

Nicht nur auf den Straßen zeigt künstliche Intelligenz in Form von selbstfahrenden Autos, wie Software-Systeme für Sicherheit sorgen können. Auch beim Thema Online-Sicherheit wird künstliche Intelligenz 2016 großgeschrieben. So lernen etwa Antiviren-Programme mithilfe von ausgefeilten, neuronalen Lern- und Cloud-Techniken Malware früher und häufiger zu erkennen. Ein entsprechendes Programm wurde von AVG bereits in den letzten Jahren speziell dafür entwickelt und ist bereits im Einsatz. Auch weitere Programme mit künstlicher Intelligenz werden 2016 für alle zugänglich - so wie es bereits kürzlich mit Googles Open Source Projekt Tensorflow geschehen ist. Die Hoffnung: Mithilfe dieser intelligenten Lösungen Cyber-Kriminelle schneller fassen und Gefahren effektiver eindämmen. 

2. Passwörter bleiben unersetzlich

Passwörter sind ein Konzept, dass uns noch viele Jahre privat und beruflich erhalten bleiben wird. Ihr großer Vorteil: sie sind kostenlos, während jede Alternative kostenpflichtig ist. Es gibt jedoch einige Alternativen, bei denen sich ein Blick lohnt. Zum Beispiel kündigte Yahoo 2015 eine Lösung an, die mobile Geräte statt Passwörter zur Zugangsberechtigung verwendet. Auch Google hat bereits ein sogenanntes Smart Lock System vorgestellt, dass die Gegenwart anderer Geräte nutzt um ein Smartphone zu entsperren.

Passwörter werden allerdings auch 2016 ihre Schwächen behalten – wie wiederverwendete Kennwörter oder nicht sichere Verwahrung. Die Hoffnung: Immer mehr Benutzer und Unternehmen werden sich der Schwachstellen bewusst und setzen beispielsweise auf Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Identifizierung über Fingerabdruck.

3. Die dunkle Seite des Internet der Dinge

Den neusten mit dem Internet verbundenen Wasserkocher per Smartphone anzuschalten ohne vom Sofa aufzustehen mag amüsant sein, aber ist es auch nötig? Denn dieser Wasserkocher kann gleichzeitig auch eine potentielle Sicherheitsschwachstelle sein und zum Beispiel das geheime WLAN-Passwort preisgeben. Und das ist nur eines von vielen Beispielen.  

Jedes ungeschützte Gerät – Smart TV und Smart Stereo, Lichtsysteme und Sicherheitssysteme, neue smarte Kühlschränke und selbst fahrende Autos – alles, was mit einem Netzwerk verbunden ist kann gehackt werden. Cyber-Kriminelle versuchen Passwörter und persönliche Daten abzugreifen, wo immer sie können.

Die Gefahren der Internet of Things (IoT)-Welt werden immer größer, je stärker diese Branche wächst. Die meisten Menschen, die Computer oder mobile Geräte benutzen, verwenden automatische Updates. Aber kaum einer denkt daran, smarte Haushaltgeräte sicherheitstechnisch auf den neusten Stand zu bringen und in einigen Fällen ist ein Update auch gar nicht möglich. Trotzdem müssen wir diese Geräte als „versteckte Computer“ betrachten, die genauso gesichert werden müssen, wie PCs oder Smartphones. Gerade viele Hersteller von smarten Geräten sind sich dieser Gefahr noch nicht bewusst.

Doch nicht nur für private Haushalte können IoT-Geräte zur Gefahr werden: Auch im Unternehmen kann es so zu Sicherheitslücken kommen. Denn kaum ein Arbeitnehmer denkt daran, den Kauf eines smarten Wasserkochers mit der IT-Abteilung abzusprechen. Die Forderung lautet: Wir brauchen 2016 eine neue Denkweise im Umgang mit smarten Geräten.

Mit Infrascale Cloud von AVG lassen sich Netzwerke schützen, E-Mails sichern, Effi zienz verbessern, Daten speichern und der Zugriff sichern.

Infrascale ist eine Datensicherungs-Plattform für Infrascale Cloud, Private Cloud und Third-Party-Cloud.

 

4. Update, Upgrade oder stirb

Das Update und der Upgrade von Software auf Endgeräten, Gadgets und elektronischer Ausrüstung waren noch nie so wichtig wie 2016 – es kann in Einzelfällen sogar lebensnotwendig werden. Zwar haben Hersteller von selbstfahrenden Fahrzeugen wie Google bereits den Ereignissen vorgegriffen und gesagt, dass sie für Verkehrsverstöße und mögliche Unfälle ihrer Fahrzeuge haften werden. Aber das ist nur ein schwacher Trost für Insassen, die zu Schaden kommen, weil sie oder der beteiligte Unfallpartner vergessen haben, das neuste Software-Update zu installieren.

In dem Maß wie intelligente Software unser Leben in vorher unvorstellbarer Weise beeinflusst, kann diese auch eine Entscheidung treffen, die unser Leben auch physisch beeinflusst. Gerade deswegen ist es wichtig, dass intelligente Software genauso wie andere Geräte regelmäßig aktualisiert wird. Das kann über Leben und Tod entscheiden – vielleicht noch nicht 2016 aber auf jeden Fall in den kommenden Jahren. Das Fazit: Updates waren noch nie so wichtig wie 2016.

5. Zertifikate leicht gemacht

Die Notwendigkeit allen Online-Traffic über sichere https-Zertifikate zu verschlüsseln wird immer drängender. Mit neuen offenen Standards und einfacheren Lösungen für Webseitenbetreiber kann dies 2016 schon Realität werden – und für Endverbraucher einen großen Sicherheitssprung bedeuten. Für Zertifizierungsstellen, die in den letzten Jahren immer wieder durch Zertifikat-Missmanagement, Sicherheitspannen und Datenpannen aufgefallen sind, kann dies zu einer Herausforderung werden. Ihre traditionelle Rolle ist es, die Identität des rechtmäßigen Inhabers einer Website vor der Erteilung eines SSL-Zertifikats zu validieren.

Diese Dienstleistung ist für Unternehmen, die es sich leisten können, immer noch sehr wertvoll, vor allem da sie auch spezielle Versicherungsleistungen und Schutzangebote bieten. Für den durchschnittlichen kleinen Blog- oder Geschäftsseiten-Besitzer sind solche Zertifizierungsstellen jedoch meist zu teuer und die oft komplizierten Überprüfungs- und Kontrollprozesse unnötig aufwendig.

Hier können technische Alternativen wie das derzeit im Beta-Stadium befindliche Zertifizierungsprogramm Let`s Encript helfen und den Betreibern kostenlose Alternativen bieten. Zudem werden mithilfe von Programmen wie „Certificate transparency“ von Google – einem offenes Framework zur Überprüfen von Zertifikatsausstellungen um gefälschte Ausstellungen zu erkennen – auch weiterhin Cyber-Kriminelle gefasst werden. Auch dank neuer Lösungen wie das angekündigte "DANE Protocol", die es jedem Webseiten Besitzer ermöglicht, eigene SSL-Zertifikate zu validieren und somit Zertifizierungsstellen komplett zu umgehen, wird 2016 hier ein spannendes Jahr werden. Die Hoffnung: 2016 wird es mehr https-abgesicherte Webseiten geben als je zuvor.

6: Online-Werbenetzwerke durch Malvertising und Adblocker unter Zugzwang

Als Malvertising wird das „Unterjubeln“ von Malware an unwissende Webseitenbesucher bezeichnet und stellt für Endverbraucher ein großes Problem dar. Dies passiert häufig durch fragwürdige Drittanbieter und schlechte Sicherheitsbedingungen, die mehrere Online-Werbenetzwerke betreffen. 2016 müssen Werbenetzwerke daher handeln, wollen sie nicht die digitale Wirtschaft ruinieren, bei deren Aufbau sie geholfen haben. Denn unzählige Webseiten sind auf Werbeeinnahmen angewiesen der Schaden bei den Endverbrauchern ist beträchtlich.

Die Wurzel alles Üblen ist die "Angriffsfläche" der ständig wachsenden, immer komplexeren Werbung und das Tracking mit Skripten der Werbenetzwerke, die von den Betreibern (oft blind) auf ihren Internetseiten übernommen werden. Im Zusammenspiel mit Netzwerk-Angriffen kann diese neue Bedrohung dazu führen, dass Nutzer infiziert werden, obwohl sie auf eigentlich sicheren Seiten surfen. Und obwohl viele größere Werbenetzwerke schnell reagieren und den Besucherzustrom während eines Malvertising-Vorfalls eindämmen, können selbst ein paar Minuten hier zu Tausenden Betroffenen führen.

Adblocker, also Programme, die Online-Werbung unterdrücken, können für Endanwender eine gute Lösung sein, mit denen viele Webseiten zusätzlich deutlich schneller laden. Gerade Webseiten mit viel Inhalt, die besonders auf Werbeanzeigen angewiesen sind, sind heute dadurch extrem langsam geworden. Dies bringt Online-Werbenetzwerke zusätzlich in Zugzwang. Die Hoffnung: Eine für beide Seiten befriedigende und vor allem sichere Lösung in 2016. (sg)

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