IT-Gipfel 2014: VOICE plädiert für Weiterentwicklung zum Standort-Gipfel

Wichtige Weichenstellungen für die „Digitale Agenda“ der Bundesregierung erwartet VOICE Verband der IT-Anwender e.V.  auf dem diesjährigen IT-Gipfel am 21. Oktober. Insbesondere wünscht sich VOICE, dass die Interessen der IT-Anwenderunternehmen im Gipfelprozess stärker berücksichtigt werden. Auf diese Weise könne sich der IT-Gipfel zu einem Standort-Gipfel weiterentwickeln, der die notwendigen Kräfte bündelt, um die Digitalisierung in Deutschland im Sinne aller relevanten gesellschaftlichen Gruppen möglichst schnell voranzutreiben.

„Die Themen des IT-Gipfels sind die richtigen“, betont Dr. Thomas Endres, Vorsitzender des VOICE-Präsidiums. „Jetzt kommt es darauf an, die Agenda von Seiten der Anbieter, Anwender, Nutzer und der Politik mit Inhalten zu füllen, die nicht bald nach dem Treffen wieder aus dem öffentlichen Blick verschwinden. Wir wünschen uns einen breiten Diskurs über die im Vorfeld des Gipfels genannten Agendapunkte.“

Zu jedem dieser Schwerpunktthemen – Industrie 4.0, Young IT, Innovationsstandort Deutschland, IT-Sicherheit und Arbeiten in der digitalen Welt – kann VOICE wertvolle Inhalte liefern. VOICE-Mitglieder haben nicht nur langjährige Erfahrungen in Sachen Digitalisierung und Security. Sie beweisen immer wieder, wie sich digitale Technologien so an die Anforderungen ihrer Unternehmen und Mitarbeiter anpassen lassen, dass sie erfolgreich in digitalisierte Geschäftsprozesse und -modelle übersetzt werden. „Nur aus dem konstruktiven Miteinander von Anwenderunternehmen und Anbietern, das durchaus auch Kontroversen verträgt, entstehen funktionierende Innovationen“, erklärt Endres. „Diese Zusammenarbeit wollen wir stärken.“

Deshalb plädiert VOICE dafür, mehr Vertreter der Anwender- und  Nutzerschaft mit ihren spezifischen Themen in die Arbeitsgruppen zu involvieren. „Wir wollen, auch mit Blick auf die IT-Gipfel der kommenden Jahre, ein Format schaffen helfen, das die Digitalisierung und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen in den Vordergrund stellt. Wir möchten dazu beitragen, dass die Interessen und Bedürfnisse der IT anwendenden Unternehmen und der IT-Industrie gleichermaßen Berücksichtigung finden“, stellt Endres in Aussicht.

Die rund 400 CIOs und IT-Verantwortlichen großer und mittelständischer Unternehmen, die in VOICE organisiert sind, betrachten Deutschland bereits heute als einen starken IT-Standort. Doch damit sich dieser Status nicht nur halten, sondern weiter ausbauen lässt, muss sich der IT-Gipfel den spektakulären Zukunftsthemen wie Industrie 4.0 und Digitalisierung stellen sowie um ganz konkrete aktuelle Themen kümmern. „Es geht nach wie vor um gute Rahmenbedingungen für den Breitbandausbau und hier vor allem um eine bessere Koordination der Bund- und Länderaktivitäten. Hier gehen die in der Digitalen Agenda der Bundesregierung genannten Vorhaben in die richtige Richtung.“ Allerdings wünscht sich VOICE – angesichts der kurzen Zeitspanne bis 2018 – noch konkretere Angaben zu den zur Verfügung stehenden finanziellen Hilfen.

Außerdem muss dringend in Sachen IT-Sicherheitsgesetz und EU-Datenschutzgesetz Klarheit geschaffen werden“, fordert Endres alle Beteiligten zum Handeln auf. Er begrüßt, dass der aktuelle Entwurf des IT-Sicherheitsgesetzes nun die weitgehend anonyme Anzeige von Angriffen und Schadensfällen zulässt. „Doch“, so Endres weiter, „wenn Innenminister de Maiziere das IT-Sicherheitsgesetz mit dem Anlegen von Sicherheitsgurten im Auto vergleicht, muss er auch ganz konkret sagen, wer sie benutzen soll und wie die betroffenen Unternehmen die Nachrüstung in Sachen IT-Sicherheit finanzieren können, vor allem, wenn es um kleinere und mittelständische Unternehmen geht.“ In diesem Zusammenhang weist VOICE noch einmal auf die Bedeutung von Sicherheitsinitiativen hin, die von Anwendern getrieben werden.  „Letztlich sind die Unternehmen für die Sicherheit ihrer IT-Systeme und der ihnen anvertrauten Kundendaten verantwortlich. Unser auf die Informationsbedürfnisse und Handlungsoptionen von Anwenderunternehmen zugeschnittenes Cyber Security Competence Center (CSCC) bietet exzellente Hilfestellungen für Unternehmen, die ihre Cyber-Security verbessern möchten.“

Darüber hinaus gilt es, mögliche (rechtliche und technische) Auswirkungen des Handelsabkommen TTIP auf IT-Anwenderunternehmen zu prüfen und gegebenenfalls gegenzusteuern.

Weitere Handlungsfelder für den IT-Gipfel sieht VOICE im Bereich der Aus- und Weiterbildung, dem Schaffen von Innovationsanreizen und im Ausbau von Digitalisierungskompetenz. Auch die Ankündigungen der Digitalen Agenda hinsichtlich verbesserter Bedingungen für Startups bedürfen weiterer Konkretisierungen. „Appelle an den Gründergeist und bessere Informationen für Gründungswillige allein werden keine funktionierende Startup-Szene hervorbringen“, meint Endres. „Es geht ganz konkret um Finanzierungsmöglichkeiten für junge Unternehmer und darum, bestehende Angebote bekannter und einfacher zugänglich zu machen.“

Digitalisierungskompetenz werde in allen Arbeits- und Lebensbereichen gebraucht. „Zurzeit sprechen viele über das Thema, aber nicht alle wissen, was Digitalisierung im Detail bedeutet und welche Konsequenzen sie auf Unternehmen und Menschen hat. Das muss sich ebenfalls dringend ändern und auch das könnte der IT-Gipfel als Aufgabe annehmen“, betont Endres.

 

 

RSS Feed

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags