IDC: Deutscher Server-Markt schwächelt 2013

Der Umsatz der Server-Hersteller in Westeuropa ist im 3. Quartal 2013 um 6,6 Prozent (in Euro gemessen) im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres gesunken. In US-Dollar gemessen betrug der Umsatzrückgang jedoch nur 2,5 Prozent, was auf Wechselkursschwankungen zurückzuführen ist. Insgesamt konnte ein  Umsatz von 1,6 Milliarden Euro erzielt werden. 381.370 Server-Einheiten wurden im dritten Quartal ausgeliefert, das entspricht einem negativen Jahreswachstum von 7,4 Prozent. Q1 2013 fiel im Vergleich erheblich schwächer aus (-10,4 Prozent Umsatz in Euro), während der Umsatz in Q2 2013 nur leicht um 2,4 Prozent zurückging.

Der deutsche Server-Markt ist im Hinblick auf den Umsatz (in Euro) stärker geschrumpft als der westeuropäische Markt: IDC beobachtet im dritten Quartal 2013 einen erheblichen Rückgang von 13,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sowie -12,6 Prozent in Q1 und -9,5 Prozent in Q2. Auch in Stückzahlen gemessen ist das negative Wachstum des deutschen Server-Marktes nicht zu leugnen: 85.448 Server-Einheiten wurden in Q3 2013 ausgeliefert, was einem Rückgang von 15,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahresquartal entspricht. Da die ausgelieferten Stückzahlen etwas rückläufiger waren als der Umsatz, sieht IDC allgemein auch keine Anzeichen für einen stärkeren Preiswettbewerb.

Für das Kalenderjahr 2013 erwartet IDC, dass in Westeuropa insgesamt 1,6 Millionen Server-Einheiten ausgeliefert werden, und dass das Volumen in 2014 auf 1,7 Millionen moderat um etwa 5 Prozent ansteigen wird. Für Deutschland erwartet IDC 333.200 Server-Einheiten für 2013 und einen Anstieg um 3,5 Prozent auf 345.000 in 2014.

"Für den westeuropäischen Markt prognostizieren wir aktuell für das abgelaufene Jahr 2013 einen Umsatz von 7,3 Milliarden Euro und ein minimales Wachstum um etwa ein Prozent auf 7,4 Milliarden im Jahr 2014", kommentiert Andreas Olah, Analyst für den Server-Markt bei IDC. "Während der westeuropäische Markt weiterhin von der unsicheren wirtschaftlichen Lage geprägt ist, sieht die Situation für Deutschland etwas optimistischer aus. Hier rechnet IDC mit einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro für 2013 und einem leichten Wachstum von etwa drei Prozent auf 1,8 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Wir erwarten auch 2014 in Deutschland keinen stärkeren Wettbewerb über den Preis, in anderen westeuropäischen Ländern ist demgegenüber mit höherem Wettbewerbsdruck zu rechnen", so der Analyst.

Der westeuropäische x86-Server-Markt ist in Q3 2013 um zwei Prozent (Umsatz, in Euro) im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft, während in Deutschland ein Rückgang von 5,5 Prozent gemessen wurde – der Umsatz betrug somit 323 Millionen Euro. Der Umsatz des deutschen Non-x86-Marktes ist gar um 34,1 Prozent gefallen, was zum Teil auf Migrationen zu x86 zurückzuführen ist. Der Vergleich zum Vorjahresquartal mit mehreren BluGene High Performance Computing (HPC) Installationen deutet jedoch nicht auf einen längerfristigen Negativtrend hin.

Der starke Rückgang des Umsatzes auf der Non-x86-Seite ist vor allem auf die Schwäche des Marktes für EPIC und RISC-Systeme sowie Midrange-UNIX-Systeme zurückzuführen, was auch stark saisonal bedingt ist. Der Non-x86-Markt ist weiterhin sehr stark von wenigen großen Aufträgen zur Hardware-Erneuerung geprägt,  die den Gesamtmarkt gelegentlich saisonal beeinflussen können.

Große HPC-Projekte, wie zum Beispiel das regionale Rechenzentrum der Universität Erlangen, haben sich in Q3 2013 positiv auf den Server-Markt ausgewirkt und verhinderten einen größeren Umsatzeinbruch.

Blade-Server waren die einzige Kategorie, die im dritten Quartal 2013 ein leichtes Umsatz-Wachstum von drei Prozent verzeichnet hat. Alle anderen Form-Faktoren mussten Umsatzeinbußen hinnehmen, allen voran die im letzten Jahr noch stark wachsende Density-Optimized Kategorie (-80 Prozent). Die in die Jahre gekommene Tower-Kategorie ist um 20 Prozent eingebrochen, während der Umsatz der Rack-Server nur moderat um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückging.

IDC hat im dritten Quartal 2013 erstmalig die neue Kategorie "ODM Direkt" (Original Design Manufacturer) zu den berücksichtigten Herstellern im Server Tracker hinzugefügt, um so auch Server-Lieferungen taiwanesischer und chinesischer Hersteller aufzulisten und somit den gesamten Server-Markt zu erfassen. ODM-Direkt-Lieferungen gingen in Deutschland vor allem an Hosting-Firmen und Access-Points globaler Cloud Service Provider. Da die größten Provider wie etwa Google, Amazon und Microsoft in Deutschland kein größeres Rechenzentrum betreiben, sind die Auswirkungen der Berücksichtigung dieser neuen Kategorie minimal, obwohl ein Wachstum in diesem Bereich spürbar ist.

RSS Feed

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags