EU-Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft: Deutschland auf Platz 10

Die EU-Kommission hat die digitale Kompetenz von Wirtschaft und Gesellschaft in ihren Mitgliedsstaaten verglichen. Deutschland liegt im "Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft" auf dem 10. Rang, mit 0.51 Indexpunkten. 

Der am 24. Februar vorgestellte Index liefert nach Ländern aufgeschlüsselte Momentaufnahmen der Konnektivität (Verfügbarkeit schneller und erschwinglicher Breitbandverbindungen), der Internetkompetenzen, der Nutzung von Online-Angeboten (von Nachrichten bis zu Einkäufen) und des Entwicklungsstands der Digitaltechnik (elektronische Rechnungstellung, Cloud-Dienste, elektronischer Geschäftsverkehr) sowie der digitalen öffentlichen Dienste (z. B. elektronische Behörden- und Gesundheitsdienste).

Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21 e.V. sagte anlässlich des Fachkongress "Digitale Gesellschaft: Der Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland", der am 5. März  im BMWi stattfand: "Mit der Studie D21-Digital-Index messen wir seit 2013 die Entwicklung des Digitalisierungsgrads der deutschen Bevölkerung - ihren Zugang, ihre Kompetenz, ihre Offenheit sowie ihre Nutzungsvielfalt bezogen auf digitale Medien und das Internet. Wir begrüßen sehr, dass wir unsere Studie nun erstmals eine europäische Einordnung geben können. Obwohl die Studien methodisch nicht vergleichbar sind, decken sich unsere Ergebnisse. Der D21-Digital-Index bestätigt Deutschland in 2014 ebenfalls einen mittleren Digitalisierungsgrad von 51,3 Indexpunkten. Damit Deutschland eine Vorreiterrolle als digitaler Wirtschaftsstandort einnehmen kann, müssen wir noch viel tun. Insbesondere im Hinblick auf digitale Verwaltungsangebote, Internetkompetenzen und bei der Offenheit gegenüber neuen Technologien und Anwendungen können wir uns noch deutlich verbessern."

Index ist Sekundärerhebung

Der Index der EU-Kommission ist eine Sekundärerhebung. Er analysiert verschiedene Studien aus den Jahren 2013 und 2014 und bietet einen Überblick über den Grad der Digitalisierung in Europa, wobei die Spanne vom Spitzenreiter Dänemark (mit einem Wert von 0,68 auf einer bis 1 reichenden Skala) bis zu Ländern wie Rumänien (mit einem Wert von 0,31) reicht. Der D21-Digital-Index ist mit rund 33 000 Befragten die umfangreichste und aussagekräftigste Studie zum Internetnutzungsverhalten der Deutschen. Der Index ist eine Weiterentwicklung des (N)ONLINER Atlas (2001-2014) und ermöglicht es, die Auswirkungen von Innovationen und Ereignissen für Wirtschaft und Gesellschaft detailliert, nachhaltig und im Zeitverlauf aufzuzeigen.

Was der D21-Index zeigt

Innerhalb weniger Jahre hat die Digitalisierung die tägliche Lebenswelt erheblich verändert. D21-Digital-Index zeigt, dass die deutschen Internetnutzer durchschnittlich 3 Stunden täglich online verbringen, eCommerce bereits für zwei Drittel der Internetnutzer regelmäßige Praxis ist und auch Cloud-Anwendungen verstärkt Zuspruch finden. Unterschiede im Digitalisierungsgrad (also der qualitativen Nutzung des Internets) bestehen in Bezug auf Alter, Geschlecht und Regionalität und allgemein bewegen sich erst 37 Prozent der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre bei der Internetnutzung digital souverän. Auch der Zugang zum Internet, die Offenheit gegenüber neuen Technologien und die Vielfalt der Internetnutzung haben sich nach den Studienergebnissen der Initiative D21 in 2014 nur leicht verbessert.

 

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