Digitalisierung und Unternehmertum: Der Nachholbedarf der Chinesen ist groß

Shandong und Bayern: Das ist eine dreißigjährige Erfolgsgeschichte, seinerzeit eingefädelt von Franz-Joseph Strauß. Die ostchinesische Provinz ist mit 95 Millionen Einwohnern nur halb so groß wie Deutschland und gehört zu den wachstumsstärksten Provinzen in China. Gerne hat der Leiter für KMU, Wang Zhaochun, die Einladung des Deutschen Gründerverbands angenommen.

Mit seiner Delegation hat er sich bei der Accelerest AG über die Chancen der Digitalisierung für junge Unternehmen informiert und mit Dr. Regina Bichlmaier, geschäftsführende Gesellschafterin der Metabion GmbH, über die Schwierigkeiten von innovativen Wachstumsunternehmen diskutiert.

Reise nach München

Auf Einladung des Deutschen Gründerverbands und des aufstrebenden Münchner Fintechs Accelerest hat eine chinesische Delegation aus Shandong unter Leitung des verantwortlichen Direktors für KMU (kleine und mittelständische Unternehmen), Wang Zhaochun, gemeinsam mit weiteren Mitarbeitern der KMU die Reise nach München angetreten. Begleitet wurden die Direktoren von erfolgreichen chinesischen Unternehmern des Mittelstandes u.a. aus der Software-, Pharma- und Chemieindustrie. Das wirtschaftliche Wachstum in Shandong in den letzten Jahren beruht nicht zuletzt auf den Entwicklungen und Innovationen in den Branchen Informationstechnologie, Bio-Technologie, Medizin und Energiewirtschaft.

Förderung von Unternehmertum und Existenzgründungen

Ziel des Besuchs war ein Austausch zu Themen wie Förderung von Unternehmertum und Existenzgründungen sowie die Nutzung der Chancen der Digitalisierung bei der Entwicklung und Bewertung von neuen Geschäftsmodellen junger Unternehmen.

Dr. Kai Flehmig-Pichlmaier, Vorstandsvorsitzender der Accelerest AG und Prof. Dr. Thomas Siegel, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats des Deutschen Gründerverbands, haben mit den Mitgliedern der Delegation offen und sehr intensiv über die jeweilige Situation des jungen Mittelstandes in Deutschland und China diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Im Anschluss wurde das digitale Ökosystem für junge Wachstumsunternehmen, smartaxxess, vorgestellt. Alle Prozesse – von der Entwicklung des Geschäftskonzepts über die Bewertung bis zur Finanzierung und dem folgenden Controlling – werden hier über die digitale Plattform smartaxxess organisiert. Das spart Zeit und Ressourcen und sorgt für Transparenz und Sicherheit. Die chinesischen Gäste waren von dieser standardisierten digitalen Lösung sehr beeindruckt. Denn obgleich die Anzahl von Gründungen in China weit über den Werten in Deutschland liegt, scheitert ein Großteil der chinesischen – wie auch deutschen – Gründer und Jungunternehmer an langwierigen bis aussichtslosen Finanzierungsrunden. Ein wichtiger Wunsch vieler Gründer, Finanzpartner und Investoren – in China wie hierzulande – ist daher ein durchgängiger digitaler Gründungsprozess mit qualifizierter Gründungsberatung aus einer Hand. Demnächst soll das digitale Ökosystem smartaxxess vom Deutschen Gründerverband und der Accelerest AG in Shandong präsentiert werden.

Finanzhürden in der Startphase

Wie erfolgreich die Zusammenarbeit des Deutschen Gründerverbandes mit mittelständischen Unternehmen verläuft, davon konnte sich die Delegation beim Besuch der Metabion AG in Planegg überzeugen. Dr. Regina Bichlmaier, geschäftsführende Gesellschafterin der Metabion, einem international erfolgreichen Biotech-Unternehmen, diskutierte mit den Delegationsmitgliedern und Mittelständlern über Schwierigkeiten und Finanzierungshürden in der Startphase sowie auch ganz konkret über Konkurrenzsituationen zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen.

Erfahrungsaustausch mit China: Wang Zhaochun (1. R.,3 v.l.), Dr. Kai Flehmig-Pichlmaier (2. R., 5. v.l.) Dr. Regina Bichlmaier (Bildmitte), Prof. Dr. Thomas Siegel (rechts daneben). (Bildquelle: Christoph Weiser)

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