Buchtipp: „Raus aus dem Mikromanagement“

Das neue Buch der Unternehmerin und zweifachen Innovationspreisträgerin Melanie Vogel widmet sich der Frage, warum in Zeiten agiler Unternehmensführung das Kontrollverhalten vieler Führungskräfte und Unternehmenslenker ZU- statt ABnimmt. Melanie Vogel zeigt, dass die „Renaissance des tayloristischen Leaderships“ massive Auswirkungen auf Motivation und Produktivität der Unternehmen hat und bietet gleichzeitig Lösungen an, um das „Alles-über- meinen-Schreibtisch-Prinzip“ zu vermeiden.

„Uns droht ein Zeitalter des Mikromanagements, weil neue Technologien es so einfach machen“, schreibt Robert Thielicke, Chefredakteur Technology Review in seinem Vorwort. Und auch die Autorin nennt die Digitalisierung als eine von vier möglichen Ursachen für die Zunahme von Mikromanagement: „Der Mensch mutiert zum digitalen Hilfsdiener und schaltet in vielen Fällen nicht nur das Denken ab, sondern verliert gleichzeitig auch Intuition, Kreativität und den Bezug zur eigenen Arbeit. Die Fehleranfälligkeit steigt – ebenso wie das Gefühl, kontrolliert, unflexibel und fremdbestimmt zu arbeiten.“

Autorin Melanie Vogel, zweifache Innovationspreisträgerin, ist seit fast 20 Jahren passionierte Unternehmerin. Ihre erste Firma gründete sie aus dem Studium heraus und war doch kein Neuling in der Unternehmenswelt. In den Betrieben von Vater und Großvater schnupperte sie schon in jungen Jahren in die Welt von Business, Leadership und Innovation. Schon früh erkannte sie: Wer nicht innoviert, entwickelt sich nicht weiter. Wer sich nicht freiwillig von innen heraus verändert, wenn sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern, wird von außen in den Change getrieben. Das von ihr entwickelte und mit dem NiBB-Innovationspreis ausgezeichnete „Futability®-Konzept“ ist ihre Antwort auf die VUCA-Welt.

Ursachen für Mikromanagement

Neben der Digitalisierung benennt die Autorin aber auch unternehmerische Kostensparmaßnahmen, Aktionismus anstelle von Visionen sowie den generellen Vertrauensverlust als maßgebliche Ursachen für die Zunahme von Mikromanagement, das sich durch überbordende Kontrolle, wenige Freiheiten und übertriebene Detailorientierung äußert.

Der Rückgriff auf Mikromanagement in Zeiten von mitunter radikalen Veränderungen führt jedoch nicht mehr zum Erfolg. Fehlendes Vertrauen, sinkende Loyalität, Verweigerung von Kooperation sowie Demotivation und steigende Krankenstände kennzeichnen das Arbeitsklima in einem so geführten Team oder Unternehmen.

Folgen von Mikromanagement

Doch auch die Führungskraft selbst tut sich keinen Gefallen, wenn sie nicht delegieren kann und ihre Mitarbeitenden in Unmündigkeit gefangen hält. Überlastung, mangelhafte Ressourcennutzung, sinkende Innovationskraft und Weitsicht sowie das Verlieren in operativen Aufgaben sind die Folgen. Die Kosten für Unternehmen sind immens.
Wer in heutigen Zeiten agil und innovativ sein und die Mitarbeitenden verantwortungsvoll in Change-Prozesse einbinden möchte, muss Leadership von den Fesseln industrieller (Führungs-)Traditionen zu befreien.

„Agile Unternehmen benötigen einen Zugewinn an Freiheit – keine Einschränkung. Flexible Arbeitsumgebungen brauchen einen offenen Führungsrahmen für Gestaltung, Veränderung und Pioniergeist – kein Korsett. Innovative und kreative Teams müssen in der Lage sein, Vielfalt zu leben, voneinander zu lernen und kooperativ an aktuellen Fragestellungen zu arbeiten. Was sie nicht brauchen, sind veraltete (Führungs-)Normen. Was ihnen schadet, ist aufgezwungene Unmündigkeit.“

Info:

Melanie Vogel, Raus aus dem Mikromagement
ISBN 978-3-946302-10-0
100 Seiten, Softcover,  EUR 14,99
www.mikro.management

(jm)

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