Best of Public Sector Parc: CeBIT-Highlights zum Thema E-Government

Wie die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung schnell und kostengünstig gelingt, erfahren die Fachbesucher der CeBIT im Public Sector Parc (Halle 7): Die Aussteller präsentieren eine umfassende Bandbreite an neuen IT-Konzepten und praxisnahen Anwendungen, die Bund, Ländern und Kommunen innovative Dienstleistungsangebote ermöglichen.

Ein Besuchermagnet wird in diesem Jahr zweifellos der Gemeinschaftsstand des IT-Planungsrates (7, B42): Die hier vorgestellten Projekte verdeutlichen, wie die Digitalisierung bereits in unterschiedliche Verwaltungsbereiche Einzug gehalten hat. Beispiele sind Projekte wie mobiles Government (Baden-Württemberg), die Nutzung von Geodaten bei der Suche nach Gewerbestandorten (Bayern), elektronische Ausschreibungen in der Praxis (Brandenburg), mobile Sachbearbeitung bei der Polizei (Hamburg) oder die Digitalisierung von Personalakten (Schleswig-Holstein). Auf besonderes Interesse dürfte die weitere Digitalisierung des Asylverfahrens stoßen. Hierzu präsentiert der Bund ein Koordinierungsprojekt für ein einheitliches Verfahren – von der Registrierung des Einreisenden bis hin zur etwaigen Integration in den Arbeitsmarkt.

Demonstrator für ein nutzerfreundliches digitales Verwaltungsportal, praxisnahe Lösungen für mehr Effizienz und Einbindung der eID-Funktion

Wie sollte der digitale Zugang zur Verwaltung gestaltet werden, damit der Nutzer die neuen digitalen Angebote annimmt? Das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) hat ein Konzept für ein künftiges Verwaltungsportal entwickelt. Ein interaktiver Demonstrator zeigt am Stand des Bundesinnenministeriums (7, A58), wie man mit aktuellen Technologien ein nutzerfreundliches digitales Dachportal für die vielfältigen Angebote von Bund, Ländern und Kommunen entwickeln kann. Den Schwerpunkt im Bereich „Innovativer Staat“ bilden Lösungen der Georeferenz, der E-Gesetzgebung und der IT-Konsolidierung.

E-Government-Lösungen auf der CeBIT 2016.

Die CeBIT präsentiert eine umfassende Bandbreite an neuen IT-Konzepten und praxisnahen Anwendungen, die Bund, Ländern und Kommunen innovative Dienstleistungsangebote ermöglichen.

 

Auf dem Bitkom-Gemeinschaftsstand (7, A40) stellen Mitgliedsunternehmen des IT-Branchenverbandes praxisnahe Lösungen für die öffentliche Verwaltung vor. Die Kommunaltage von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sorgen für den direkten Kontakt zu Bürgermeistern, Stadtkämmerern, Einkaufsentscheidern und Fachanwendern aus der kommunalen Verwaltung. Zur Eröffnung des Public Sector Parc am 14. März (7, E13, 10 Uhr) haben sich Staatssekretär Klaus Vitt, Franz-Reinhard Habbel, Beigeordneter und Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, sowie Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer Bitkom e.V., angesagt.

Neue Technologien und veränderte Kundenerwartungen wirken sich auch auf die Arbeitsabläufe von Behörden aus. Der IT-Dienstleister Materna präsentiert in Hannover (7, C17) eine neue Behördenlösung von Ceyoniq für die elektronische Akte. Darüber hinaus bietet das Unternehmen zwei Showcases. Der erste zeigt einen E-Government-Prozess mit Anbindung der eID-Funktion des neuen Personalausweises, E-Payment plus elektronischer Signatur. Der zweite Showcase befasst sich mit strukturiertem Wissensmanagement, Collaboration und Veraktung auf Basis von Microsoft SharePoint. Anhand einer fiktiven Behörde wird dargestellt, wie sich die zentrale Informationsverteilung mit dezentraler Teamarbeit in einer Plattform verbinden und die Zusammenarbeit über Projekträume und Wikis nachhaltig verbessern lässt.

Konzepte für die kommunale Finanzwirtschaft, Bausteine zur Umsetzung von E-Justice-Gesetzen und Ratsinformationssystem aus der Cloud

Für Kommunen, die ihre Aufgaben mit Hilfe einer stringenten E-Government-Strategie schneller, effizienter, wirtschaftlicher und bürgerfreundlicher bewältigen wollen, stellen INFOMA und das Schwesterunternehmen IKVS die innovativen Lösungen ePayment, eRechnung, eAnordnung und eFaktura für die digitalisierte Verwaltung vor (7, B18). Damit steht ein umfassendes Angebot zur Abbildung aller Aufgaben im Bereich kommunaler Finanzen bereit. Eine Internetapplikation mit Datenbankanbindung ermöglicht ziel- und steuerungsrelevante Kennzahlenvergleiche. Mit dem Modul Fuhrpark steht darüber hinaus ein Werkzeug zur Unterstützung von Einsatz, Wartung und Kostenanalyse für kommunale Fahrzeuge bereit.

Im Fokus von Governikus (7, D36) stehen Lösungen rund um die gleichnamige Anwendung des IT-Planungsrates. Dazu zählen beispielsweise Ergänzungsbausteine zur Umsetzung von E-Government- und E-Justice-Gesetzen sowie der eIDAS-Verordnung. Das Portfolio deckt den gesamten Lebenszyklus elektronischer Daten ab und liefert wichtige Bausteine für E-Akte-Szenarien auf dem Weg zur digitalen Verwaltung 2020 und im elektronischen Rechtsverkehr. Ein weiterer Themenschwerpunkt liegt auf der im Auftrag des Bundesinnenministeriums entwickelten Ausweis-App2. Damit können Anwender künftig ihren Onlineausweis auf mobilen Endgeräten nutzen. Wie das funktioniert, zeigt Governikus auch am Stand des BMI (7, A58).

Auf die Cloud setzt die Firma CC e-gov mit der kommenden Generation ihres Ratsinformationssystems. ALLRIS 4 steht dank einer neuen Technologieplattform auch als Software und als Service-Lösung zur Verfügung. Das Angebot reicht von der Bereitstellung mobiler Endgeräte einschließlich zentraler Verwaltungsfunktionen bis hin zum vollständigen Betrieb des ALLRIS-Servers. Eine Installation beim Anwender ist nicht mehr notwendig.

Digitale Verwaltungsprozesse in der Diskussion, innovatives Bürgerservice-Portal und Expertenrat aus erster Hand

Von A wie Agilität bis Z wie Zahlung: Das CeBIT-Programm der MACH AG spiegelt die aktuellen Themen, Projekte und Herausforderungen bei der Digitalisierung der Verwaltung wider. Einen wichtigen Aspekt greift eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde am Thementag „Digitale Verwaltungsprozesse“ auf (16.3.): „Agilität in der Verwaltung – Realistische Vision oder E-topie?“ Es diskutieren Peter Batt, Bundesministerium des Innern, Cornelius Everding, Ministerium des Innern und für Kommunales, Brandenburg, Thorsten Bullerdiek, Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund, und Rolf Sahre, MACH AG (7, A14).

Bereits auf der Zielgeraden ist das E-Government-Gesetz des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe stellt auf der CeBIT ein Bürgerservice-Portal vor, das die Kommunen perfekt auf die Forderungen nach digitalen Verwaltungsdienstleistungen vorbereiten soll. Die zentrale Plattform lässt sich vollständig in einen vorhandenen Webauftritt einbinden und ermöglicht den Bürgern die elektronische Abwicklung von Verwaltungsvorgängen. Mit seiner BSI-Zertifizierung erfüllt das Konzept die höchsten IT-Sicherheits- und Datenschutzstandards.

Welche digitalen Dienstleistungen erwarten die Bürger von ihrer Kommune? Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius wird am 15. März rund 200 Bürgermeister/-innen und IT-Verantwortliche auf dem 10. CeBIT-Kommunaltag des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes über die E-Government-Strategie des Bundeslandes informieren. Führungskräfte mit knappem Zeitbudget können sich in 15 Minuten über 15 kommunale IT-Trends informieren (Forum Marktplatz Kommune, 7, D68, 11 Uhr). Hier und im Forum Public Sector Parc (7, E13) nehmen Experten täglich zu aktuellen Verwaltungsfragen Stellung. So wird der Bitkom am 14. März im PSP Forum mit zwei Expertenvorträgen das Thema Flüchtlinge aufgreifen (14.45 Uhr: „AVU Asyl – Flüchtlingsmanagement aus Ländersicht“; 15 Uhr: „Migration und Flüchtlinge – Behörden und Helfer komfortabel, sicher und günstig per Sealed Cloud verbinden“). Die CeBIT setzt 2016 also nicht nur technische Impulse im Public Sector Parc, sondern auch politische.

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