Benutzerfreundlichkeit des CMS als Erfolgsfaktor

digitalbusiness CLOUD: Herr Bodemann, welche Trends bewegen derzeit die CMS-Branche am meisten?

Jörn Bodemann: Content-Marketing nimmt in Unternehmen einen immer höheren Stellenwert ein. Online-Redakteure müssen ihre Kunden und Stärken des Unternehmens kennen, um so ihrer Zielgruppe bessere Informationen denn je zur Verfügung zu stellen. Dies sollte so umfassend, unterhaltsam, spannend oder ungewöhnlich wie möglich, vor allem allerdings personalisiert geschehen. Eine durchdachte CMS- und Content-Marketing-Strategie muss dazu die Basis sein.

Trend und Anforderung zugleich ist die konsequente Verzahnung von Kanälen, Stichwort Multichannel-Strategien. Eine sinnvolle Kombination mehrerer Kanäle, dazu gehören etwa soziale Netzwerke, Mobile, Landing Pages und personalisierte Mailings, steigert den Erfolg jeder Online-Marketing-Kampagne. Miteinander verzahnte Aktionen sorgen für eine deutlich bessere Konversionsrate von Interessenten zu qualifizierten Leads und Kunden, für Wiederholungskäufe und höhere Umsätze. Um Kunden individueller erreichen zu können, informieren Unternehmen Verbraucher nicht mehr nur via E-Mail oder Newsletter, sondern verstärkt auch über Push Notifications, personalisierte Webseiten oder Apps. Intelligente Lösungen können dabei feststellen, ob Zustellungsversuche erfolgreich waren oder nicht. Tritt ein Fehler auf, wird der Empfänger über alternative Wege unterrichtet.

Auch die Suchmaschinenoptimierung ist und bleibt ein Trend, mit dem wir uns im Content Management auseinandersetzen. Immerhin sind nicht nur die Inhalte, sondern auch das URL-Design ein wichtiger Faktor für die gute und zielgruppenspezifische Platzierung einer Webseite in Suchmaschinen. URLs sollen einprägsam und mehrsprachig sein und sich flexibel anpassen lassen, so dass sie ein SEO-relevantes Format erhalten. Durch die fortwährenden Updates der Suchmaschinen verliert dieses Thema kaum an Relevanz.

digitalbusiness CLOUD: Einer der Trends heißt Enterprise Mobility, also die immer stärkere Verbreitung von Konzepten des mobilen Arbeitens. Wie reagieren Sie hierauf als Hersteller? Welche Lösungen bieten Sie an, um das mobile Arbeiten zu erleichtern?

Jörn Bodemann: In Zeiten, in denen die Anzahl mobiler Geräte massiv zunimmt und Tablets und Smartphones bei der Internetnutzung den Deskop-PC überholt haben, hat Mobilität in Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert. Die Möglichkeit, Informationen auch unterwegs schnell abzurufen und zu aktualisieren, wirkt sich nachhaltig auf den Geschäftserfolg aus. Die Herausforderung für den Hersteller liegt zunächst darin, Enterprise-Lösungen optimal dargestellt auf die unterschiedlichen Endgeräte zu bringen. Hier gilt es, einen unkomplizierten Zugriff auf die gewünschten Informationen zu ermöglichen und die Bedienung intuitiv zu gestalten.

Daher unterstützen wir Responsives Webdesign und HTML5, beispielsweise bei der Entwicklung von Hybrid-Anwendungen, bei denen die HTML5-Technologie in einer nativen Container-App „verpackt“ ist. Diese bieten –  ähnlich wie bei einer nativen App, einen erweiterten Funktionsumfang. Beide App-Typen können aus FirstSpirit heraus mit Content versorgt werden. Damit garantieren wir Flexibilität, da die Anwendungen, unabhängig von Endgerät oder Betriebssystem, entweder über einen Browser gestartet werden oder auch offline verfügbar sind. Denn egal wie viele Inhalte in einer App abgerufen und bearbeitet werden können: Leidet die Usability aufgrund von zu langen Ladezeiten oder weil die Darstellung der Webseite einfach nicht zu der kleinen Displaygröße passt, wirkt sich dies in jedem Fall negativ auf die Anwenderakzeptanz aus.

digitalbusiness CLOUD: Welche Produktneuheiten werden Sie auf der CeBIT 2014 vorstellen? Und welche Anforderungen haben die Anwender an solche Lösungen nach Ihrer Einschätzung?

Jörn Bodemann: Wir zeigen eine Live-Preview der kommenden Version 5.1 unseres Content Management Systems FirstSpirit, die mit vielen innovativen Verbesserungen in puncto Usability für Entwickler und Redakteure aufwartet und Unternehmen so eine noch schnellere Time to Market und einfachere Verwaltung und Veröffentlichung von Inhalten ermöglicht. Ein Schwerpunkt auf der CeBIT sind außerdem unsere Lösungen für den E-Commerce. Für IBM WebSphere Commerce und hybris haben wir zum Beispiel smarte Integrationen, die die Stärken der Commerce-Suite um ein umfassendes, nutzerfreundliches Content Management erweitern. Der Mehrwert für Unternehmen steht dabei im Vordergrund: Firmen, besonders aus der Handelsbranche, werden zunehmend zu Content-Erstellern und -Lieferanten, um Kunden mit unterhaltenden, informierenden, beratenden Inhalten zu erreichen, zu binden und so Konversion und Umsätze zu steigern. Mit den Integrationslösungen von e-Spirit können Handelsunternehmen alle Herausforderungen eines modernen und zukunftssicheren E-Commerce effizient lösen. So lassen sich Shop-Informationen einfach um redaktionellen und multimedialen Content anreichern. Inhalte, Produkte und Marketingkampagnen können konsistent über alle gewünschten Kanäle kommuniziert werden und Kunden personalisiert und kontextbezogen ansprechen. Zugleich optimieren wir auch die dahinter liegenden Redaktions- und Content-Management-Prozesse. Anwender sparen mit FirstSpirit so Zeit und Kosten. Darüber hinaus steht das Thema SEO-Optimierung im Fokus. Denn: Hochwertiger Content führt zur Aufwertung der Treffer bei Google & Co., was heutzutage einen enormen Wettbewerbsvorteil  darstellt.

digitalbusiness CLOUD: In welche Richtung wird sich der CMS-Markt Ihrer Ansicht nach in den kommenden Jahren entwickeln?

Jörn Bodemann: Content-Management-Systeme haben sich zu Marketingtools entwickelt. Vor diesem Hintergrund ist die Benutzerfreundlichkeit des CMS ein signifikanter Erfolgsfaktor. Redakteure sollen schnell und intuitiv agieren können, ohne Rückfragen stellen zu müssen oder auf die IT angewiesen zu sein: Das Web ist längst kein statischer oder exklusiver IT-Spielraum mehr. Content-Marketing und Marketing-Automatisierung sind daher Trends, die die Branche in den kommenden Jahren bewegen.

Jenseits technischer Anforderungen rücken mehr denn je Inhalte in den Fokus. Unternehmen wollen und müssen Verbrauchern eine überzeugende Mischung aus Einkaufs- und Informationserlebnis bieten, sie personalisiert ansprechen, über soziale Netzwerke interagieren, mit ihrer Marke „omnichannel“, das heißt, in allen Kanälen, präsent sein. Das CMS ist dafür der Dreh- und Angelpunkt.

Auch die Integration von Cloud-Anwendungen wird in den kommenden Jahren immer relevanter. Die Anzahl der Nutzer, auch aus Abteilungen wie dem Marketing, steigt konsequent. Mitarbeiter befinden sich immer öfter an unterschiedlichen Orten oder Niederlassungen, wodurch sowohl innovative technische Grundlagen als auch sichere Speichermöglichkeiten verstärkt in den Fokus rücken. Die Einbindung von Cloud-Anwendungen in das CMS als zentrale Plattform sorgt dabei für Effizienzsteigerungen im Redaktionsprozess. Content-Redakteure müssen ihre gewohnte Arbeitsumgebung nicht mehr verlassen und umständlich zwischen vielen verschiedenen Programmen wechseln, um deren Inhalte zu nutzen. Unternehmen sparen so Zeit und Kosten bei der Bereitstellung und Pflege ihrer Webprojekte. Und sichern bestehende Investitionen: Bereits vorhandene Anwendungen lassen sich, integriert in das CMS, weiterhin und sogar effizienter einsetzen.

digitalbusiness CLOUD: Herr Bodemann, wir bedanken uns für das Gespräch.

Die Fragen stellte Stefan Girschner.

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